DSGVO
Datenschutz-Grundverordnung – EU-weite Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten mit Auswirkungen auf Datenverarbeitung, Speicherung und Nutzerrechte in Software.
Die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) ist seit 2018 das zentrale Datenschutzgesetz in Europa. Sie betrifft jede Software, die personenbezogene Daten verarbeitet – von der Unternehmenswebsite über die CRM-Software bis zur Mobile App. Verstöße können mit Bußgeldern bis 20 Millionen Euro oder 4% des Jahresumsatzes geahndet werden. DSGVO-Konformität ist keine Option, sondern Pflicht.
Was ist DSGVO?
Die DSGVO (General Data Protection Regulation, GDPR) ist eine EU-Verordnung, die den Umgang mit personenbezogenen Daten regelt. Personenbezogene Daten sind alle Informationen, die sich auf eine identifizierbare Person beziehen: Name, E-Mail, IP-Adresse, Cookie-IDs, Standortdaten, Gesundheitsdaten etc. Die DSGVO basiert auf Grundsätzen wie: Rechtmäßigkeit (Rechtsgrundlage für jede Verarbeitung), Zweckbindung (Daten nur für den angegebenen Zweck nutzen), Datenminimierung (nur notwendige Daten erheben), Speicherbegrenzung (Daten löschen, wenn nicht mehr nötig), und Integrität und Vertraulichkeit (angemessene Sicherheitsmaßnahmen).
Wie funktioniert DSGVO?
Für Software-Entwicklung erfordert die DSGVO: Privacy by Design (Datenschutz von Anfang an in die Architektur einbauen) und Privacy by Default (datenschutzfreundlichste Einstellungen als Standard). Konkret: Cookie-Consent-Banner mit aktiver Einwilligung, Datensparsamkeit bei Formularen, verschlüsselte Datenübertragung (HTTPS), Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) mit Dienstleistern, Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, Datenschutz-Folgenabschätzung bei Hochrisiko-Verarbeitung, und technische Maßnahmen wie Pseudonymisierung, Zugriffskontrollen und Audit-Logs.
Praxisbeispiele
Cookie-Consent: Eine Website darf Analyse-Cookies (Google Analytics) erst setzen, nachdem der Nutzer aktiv eingewilligt hat – vorher nur technisch notwendige Cookies.
Recht auf Löschung: Ein Nutzer fordert die Löschung seines Accounts. Die Software muss alle personenbezogenen Daten löschen oder anonymisieren – auch in Backups und Logs.
Datenschutzerklärung: Jede Website und App braucht eine verständliche, vollständige Datenschutzerklärung mit: verantwortliche Stelle, Verarbeitungszwecke, Rechtsgrundlagen, Empfänger und Betroffenenrechte.
Auftragsverarbeitung: Ein Cloud-Hosting-Anbieter (AWS, Hetzner) verarbeitet Daten im Auftrag des Unternehmens – ein AVV (Auftragsverarbeitungsvertrag) ist Pflicht.
Typische Anwendungsfälle
Webanwendungen: Cookie-Consent, Datenschutzerklärung, Nutzerrechte-Management
CRM und ERP: Rechtskonforme Verarbeitung von Kundendaten, Löschkonzepte und Zugriffsrechte
E-Commerce: Datenschutz bei Bestellungen, Zahlungsdaten und Marketing-Einwilligungen
Mobile Apps: App-Tracking-Transparency, lokale Datenspeicherung und Einwilligungsmanagement
KI und Analytics: Rechtsgrundlage für Datenanalyse, Anonymisierung und Profiling-Transparenz
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Vertrauensaufbau: DSGVO-Konformität signalisiert Datenschutz-Kompetenz und schafft Kundenvertrauen
- Wettbewerbsvorteil: In EU-Märkten ist DSGVO-Konformität Voraussetzung für B2B-Geschäft
- Datenqualität: Datenminimierung und Zweckbindung führen zu saubereren, relevanteren Datensätzen
- Sicherheit: DSGVO-Anforderungen an Datensicherheit schützen auch vor Cyberangriffen
- Globaler Standard: DSGVO-Compliance erfüllt oft auch Datenschutzgesetze anderer Länder
Nachteile
- Komplexität: Die Interpretation der DSGVO erfordert juristische Expertise
- Implementierungsaufwand: Cookie-Consent, Löschkonzepte und Betroffenenrechte erfordern Entwicklungsarbeit
- Bürokratie: Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, AVVs und DPIAs sind verwaltungsintensiv
- Unsicherheit: Viele Details sind durch Rechtsprechung noch nicht abschließend geklärt (z.B. Cookies, Analytics)
- Kosten: Datenschutzbeauftragter, juristische Beratung und technische Maßnahmen kosten Geld
Häufig gestellte Fragen zu DSGVO
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