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Finanzierung

Softwareleasing

Softwareleasing ermöglicht es Unternehmen, individuell entwickelte Software in monatlichen Raten zu finanzieren, statt die gesamten Entwicklungskosten auf einmal zu tragen.

Individuelle Softwareentwicklung ist eine signifikante Investition. Nicht jedes Unternehmen möchte oder kann 50.000 bis 500.000 EUR auf einmal investieren – auch wenn der Business Case klar ist. Softwareleasing löst dieses Problem: Die Entwicklungskosten werden auf monatliche Raten verteilt, ähnlich wie beim Auto-Leasing. So bleiben Liquidität und Kreditlinien geschont, während die Software bereits produktiv im Einsatz ist.

Was ist Softwareleasing?

Softwareleasing (auch: Software-Mietkauf oder IT-Leasing) ist ein Finanzierungsmodell, bei dem die Kosten einer individuellen Softwareentwicklung über einen definierten Zeitraum (typischerweise 24-60 Monate) in gleichmäßige monatliche Raten aufgeteilt werden. Der Entwicklungsdienstleister erstellt die Software, und eine Leasinggesellschaft oder der Dienstleister selbst finanziert die Ratenzahlung vor. Am Ende der Laufzeit geht die Software in der Regel vollständig in den Besitz des Unternehmens über. Im Unterschied zu SaaS-Abos erhält das Unternehmen individuelle, maßgeschneiderte Software – nicht eine Standard-Lösung.

Wie funktioniert Softwareleasing?

Das Unternehmen definiert seine Anforderungen und erhält ein Entwicklungsangebot. Parallel wird die Finanzierung mit der Leasinggesellschaft geklärt. Die Entwicklung startet nach Vertragsunterzeichnung – die monatlichen Raten beginnen typischerweise mit der Fertigstellung oder nach einer vereinbarten tilgungsfreien Anlaufzeit. Während der Laufzeit kann die Software bereits produktiv genutzt werden. Wartung und Weiterentwicklung werden separat oder als Teil des Leasingvertrags vereinbart. Nach Ablauf der Laufzeit geht das vollständige Nutzungsrecht an das Unternehmen über.

Praxisbeispiele

1

Ein Handwerksbetrieb finanziert seine individuelle Auftragsmanagement-Software (Entwicklungskosten: 60.000 EUR) in 36 Monatsraten zu je ca. 1.850 EUR – sofort einsetzbar, ohne Liquiditätsengpass.

2

Ein Logistikunternehmen least eine Tourenplanungs-Software über 48 Monate. Die monatliche Rate ist planbar und wird aus den Einsparungen durch optimierte Routen finanziert.

3

Ein Gesundheitsdienstleister finanziert eine Patientenverwaltung per Mietkauf: Nach 36 Monaten gehört die Software dem Unternehmen, und nur der Wartungsvertrag läuft weiter.

4

Ein Startup nutzt Softwareleasing, um seine Plattform zu entwickeln, ohne die gesamte Seed-Finanzierung für Entwicklung auszugeben – das Kapital bleibt für Marketing und Vertrieb verfügbar.

Typische Anwendungsfälle

Mittelständische Unternehmen, die individuelle Software benötigen, aber die Investition nicht auf einmal stemmen wollen

Startups, die ihre Liquidität schonen und trotzdem maßgeschneiderte Software entwickeln lassen möchten

Unternehmen, die IT-Investitionen als Betriebsausgaben (OpEx) statt als Kapitalausgaben (CapEx) verbuchen möchten

Projekte mit klarem ROI, bei denen sich die Raten aus den erwarteten Einsparungen oder Mehreinnahmen finanzieren

Organisationen mit beschränkten Kreditlinien, die alternative Finanzierungswege für IT-Projekte suchen

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Liquiditätsschonend: Keine hohe Einmalzahlung – die Investition verteilt sich auf planbare Monatsraten
  • Sofortige Nutzung: Die Software ist ab Fertigstellung im Einsatz, während die Kosten noch abbezahlt werden
  • Steuerliche Vorteile: Leasingraten sind in der Regel als Betriebsausgaben voll absetzbar
  • Eigentum nach Laufzeit: Im Gegensatz zu SaaS-Abos geht die Software am Ende in den Besitz des Unternehmens über
  • Kreditlinie bleibt frei: Leasingverträge belasten häufig nicht die Bankenkreditlinie

Nachteile

  • Gesamtkosten höher als bei Einmalzahlung: Durch Zinsen und Gebühren ist Leasing langfristig teurer
  • Vertragliche Bindung: Die Leasingraten müssen über die gesamte Laufzeit bezahlt werden – auch wenn sich Anforderungen ändern
  • Bonitätsprüfung: Die Leasinggesellschaft prüft die Kreditwürdigkeit des Unternehmens
  • Wartung separat: Der Leasingvertrag deckt typischerweise nur die Entwicklung ab – Wartung und Hosting kosten zusätzlich

Häufig gestellte Fragen zu Softwareleasing

Was ist der Unterschied zwischen Softwareleasing und SaaS?

Beim Softwareleasing erhalten Sie individuell entwickelte, maßgeschneiderte Software, die nach Ablauf der Laufzeit Ihnen gehört. SaaS ist Standard-Software, die Sie dauerhaft mieten und nie besitzen. Leasing eignet sich für individuelle Anforderungen, SaaS für Standardprozesse.

Welche Laufzeiten sind üblich?

Die gängigsten Laufzeiten sind 24, 36 oder 48 Monate. Kürzere Laufzeiten bedeuten höhere Monatsraten, aber geringere Gesamtkosten. Längere Laufzeiten schonen die Liquidität, erhöhen aber die Gesamtkosten durch Zinsen. Die optimale Laufzeit hängt vom Projektvolumen und der Finanzstruktur des Unternehmens ab.

Können auch kleine Projekte geleast werden?

Die meisten Leasinggesellschaften haben eine Mindestinvestitionssumme von ca. 10.000-25.000 EUR. Kleinere Projekte können manchmal direkt über den Entwicklungsdienstleister in Raten finanziert werden. Es lohnt sich, verschiedene Modelle zu vergleichen und auch alternative Finanzierungen wie Mietkauf in Betracht zu ziehen.

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