Cross-Platform
Entwicklungsansatz mit einer Codebasis für mehrere Plattformen (iOS, Android, Web). Frameworks wie Flutter und React Native ermöglichen nahezu native Performance.
Warum zweimal entwickeln, wenn einmal reicht? Cross-Platform-Entwicklung verspricht genau das: Eine Codebasis, die auf iOS, Android und optional auch im Web läuft. Frameworks wie Flutter und React Native haben die Qualität so weit verbessert, dass Cross-Platform für die meisten Apps die wirtschaftlich sinnvollste Wahl ist – mit Kostenersparnissen von 30-40% gegenüber separater nativer Entwicklung.
Was ist Cross-Platform?
Cross-Platform-Entwicklung bezeichnet den Ansatz, mit einer einzigen Codebasis Anwendungen für mehrere Plattformen zu erstellen. Im Gegensatz zur nativen Entwicklung (Swift für iOS, Kotlin für Android) wird Code einmal geschrieben und für verschiedene Zielplattformen kompiliert oder interpretiert. Die wichtigsten Frameworks sind: Flutter (Google, Dart-Sprache, kompiliert zu nativem ARM-Code), React Native (Meta, JavaScript/TypeScript, nutzt native UI-Komponenten über eine Bridge) und .NET MAUI (Microsoft, C#, Nachfolger von Xamarin). Auch Kotlin Multiplatform (JetBrains) gewinnt an Bedeutung.
Wie funktioniert Cross-Platform?
Flutter kompiliert Dart-Code direkt zu nativem ARM-Code und rendert die UI mit einer eigenen Rendering-Engine (Skia/Impeller) – kein Bridge-Overhead, konsistentes Aussehen auf allen Plattformen. React Native nutzt JavaScript, um native UI-Komponenten zu instanziieren – die App sieht auf jeder Plattform nativ aus, da echte iOS/Android-Widgets verwendet werden. Die neue Architecture (Fabric) eliminiert die alte Bridge und verbessert die Performance erheblich. Beide Frameworks bieten Hot Reload für schnelle Entwicklungszyklen und Zugang zu nativen Gerätefunktionen über Plugins/Packages.
Praxisbeispiele
Google Ads App: Von Google selbst mit Flutter entwickelt – läuft auf iOS und Android mit identischer Codebasis und nativer Performance.
Instagram: Nutzt React Native für bestimmte Features und Screens, integriert in die bestehende native App.
BMW: Flutter-basierte My BMW App für Fahrzeugsteuerung, Ladestation-Finder und Service-Buchung auf beiden Plattformen.
Nubank: Brasiliens größte Digitalbank nutzt Flutter für ihre Banking-App mit über 80 Millionen Nutzern.
Typische Anwendungsfälle
MVP und Startup-Apps: Schneller Markteintritt mit einer Codebasis für beide Plattformen
Unternehmens-Apps: Interne Tools (Zeiterfassung, CRM-Mobil, Reporting) wirtschaftlich für beide Plattformen
E-Commerce-Apps: Shopping-Apps mit Push-Notifications, Offline-Support und nativer Kamera-Integration
Content-Apps: News-Apps, Streaming-Clients und Social-Media-Anwendungen
IoT-Companion-Apps: Steuerungs-Apps für vernetzte Geräte mit Bluetooth/MQTT-Anbindung
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Kostenersparnis: 30-40% günstiger als zwei separate native Apps
- Schnellerer Time-to-Market: Ein Team entwickelt für beide Plattformen gleichzeitig
- Konsistenz: Identische Geschäftslogik und identisches Verhalten auf allen Plattformen
- Ein Team: Keine separaten iOS- und Android-Teams nötig, weniger Koordinationsaufwand
- Hot Reload: Änderungen werden sofort sichtbar – schnellere Entwicklungszyklen
Nachteile
- Performance-Overhead: Für grafisch intensive Apps (3D-Spiele, AR) kann native Entwicklung besser sein
- Plattform-spezifische Features: Neue OS-Features (z.B. iOS Live Activities) sind erst verfügbar, wenn das Framework sie unterstützt
- Größere App-Dateien: Cross-Platform-Apps sind typischerweise 5-20 MB größer als rein native Apps
- Debugging: Plattform-spezifische Bugs können komplexer zu diagnostizieren sein
Häufig gestellte Fragen zu Cross-Platform
Flutter oder React Native – was ist besser?
Wann sollte ich trotzdem nativ entwickeln?
Kann ich eine bestehende native App auf Cross-Platform migrieren?
Verwandte Begriffe
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