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Grundlagen

HTTP / HTTPS

Hypertext Transfer Protocol – das Kommunikationsprotokoll des Internets. HTTPS ist die verschlüsselte Variante mit TLS/SSL, Standard für alle Websites.

HTTP ist das Protokoll, das das Internet zum Laufen bringt. Jedes Mal, wenn Sie eine Website aufrufen, eine API nutzen oder ein Formular absenden, kommunizieren Browser und Server über HTTP. HTTPS erweitert HTTP um Verschlüsselung und ist heute nicht mehr optional: Browser markieren HTTP-Seiten als unsicher, und Google bevorzugt HTTPS-Seiten im Ranking.

Was ist HTTP / HTTPS?

HTTP (Hypertext Transfer Protocol) ist ein Application-Layer-Protokoll für die Übertragung von Hypermedia-Dokumenten (HTML, JSON, Bilder) zwischen Client (Browser) und Server. HTTP ist zustandslos: Jede Anfrage ist unabhängig, der Server erinnert sich nicht an vorherige Requests (Sessions werden über Cookies oder Tokens realisiert). HTTPS (HTTP Secure) ist die verschlüsselte Variante: TLS (Transport Layer Security, Nachfolger von SSL) verschlüsselt die gesamte Kommunikation zwischen Client und Server. Ein TLS-Zertifikat (z.B. von Let's Encrypt) bestätigt die Identität des Servers. HTTP/2 und HTTP/3 (mit QUIC) sind die modernen Versionen mit Multiplexing, Header-Kompression und UDP-basiertem Transport.

Wie funktioniert HTTP / HTTPS?

Eine HTTP-Kommunikation: 1) DNS-Auflösung: Der Browser löst die Domain in eine IP-Adresse auf. 2) TCP-Verbindung: Client und Server bauen eine TCP-Verbindung auf (HTTP/3 nutzt QUIC/UDP). 3) TLS-Handshake (bei HTTPS): Zertifikatsaustausch, Schlüsselvereinbarung, verschlüsselter Kanal. 4) HTTP-Request: Der Client sendet eine Anfrage mit Methode (GET, POST, PUT, DELETE), URL, Headers und ggf. Body. 5) Server-Verarbeitung: Der Server verarbeitet die Anfrage und erstellt die Antwort. 6) HTTP-Response: Statuscode (200 OK, 301 Redirect, 404 Not Found, 500 Server Error), Headers und Body werden zurückgesendet. HTTP/2 ermöglicht Multiplexing: Mehrere Requests parallel über eine Verbindung.

Praxisbeispiele

1

GET-Request: Der Browser ruft GET /products?category=software HTTP/2 auf – der Server antwortet mit einer JSON-Liste der Produkte.

2

POST-Request: Ein Kontaktformular sendet POST /api/contact mit Name, E-Mail und Nachricht im Body – der Server verarbeitet die Anfrage und antwortet mit 201 Created.

3

301 Redirect: Eine alte URL wird per 301 Moved Permanently auf die neue URL umgeleitet – Suchmaschinen übertragen das Ranking.

4

CORS: Ein Frontend auf app.example.com ruft eine API auf api.example.com auf – CORS-Headers erlauben den Cross-Origin-Zugriff.

Typische Anwendungsfälle

Web-Browsing: Laden von Websites, Bildern, Videos und Dokumenten

REST APIs: Kommunikation zwischen Frontend und Backend über HTTP-Methoden

Webhooks: Server-zu-Server-Benachrichtigungen über HTTP POST bei Ereignissen

File Downloads: Übertragung von Dateien per HTTP mit Resume-Support (Range-Header)

Streaming: HTTP Live Streaming (HLS) und DASH für Video-Streaming

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Universell: HTTP funktioniert überall – Browser, Mobile Apps, IoT-Geräte, Kommandozeile
  • HTTPS-Verschlüsselung schützt Daten vor Abhören und Manipulation
  • HTTP/2 und HTTP/3 bieten signifikant bessere Performance als HTTP/1.1
  • Let's Encrypt bietet kostenlose TLS-Zertifikate – HTTPS ist für jeden zugänglich
  • Caching: HTTP-Caching-Header (Cache-Control, ETag) reduzieren Latenz und Server-Last

Nachteile

  • Zustandslos: Zustandsverwaltung (Sessions, Auth) erfordert Cookies, Tokens oder andere Mechanismen
  • Overhead: HTTP-Header und TLS-Handshake fügen Latenz hinzu, besonders bei vielen kleinen Requests
  • Mixed Content: HTTP-Ressourcen auf HTTPS-Seiten werden von Browsern blockiert
  • TLS-Zertifikate: Abgelaufene oder falsch konfigurierte Zertifikate verursachen Fehlermeldungen

Häufig gestellte Fragen zu HTTP / HTTPS

Ist HTTPS wirklich nötig?

Ja, ohne Ausnahme. Gründe: 1) Sicherheit – HTTPS verschlüsselt die Kommunikation und schützt sensible Daten. 2) SEO – Google bevorzugt HTTPS-Seiten im Ranking. 3) Vertrauen – Browser zeigen HTTP-Seiten als unsicher an. 4) Funktionalität – Service Workers, Geolocation und viele moderne Web-APIs erfordern HTTPS. 5) Performance – HTTP/2 und HTTP/3 funktionieren nur mit HTTPS. Let's Encrypt bietet kostenlose Zertifikate mit automatischer Erneuerung.

Was ist der Unterschied zwischen HTTP/1.1, HTTP/2 und HTTP/3?

HTTP/1.1 (1997): Eine Anfrage pro Verbindung, Head-of-Line-Blocking. HTTP/2 (2015): Multiplexing (mehrere Anfragen parallel über eine Verbindung), Header-Kompression, Server Push. HTTP/3 (2022): Basiert auf QUIC/UDP statt TCP, noch schnellerer Verbindungsaufbau (0-RTT), kein Head-of-Line-Blocking auf Transportebene. HTTP/2 wird von ca. 60%, HTTP/3 von ca. 30% aller Websites genutzt.

Wie richte ich HTTPS ein?

Am einfachsten: 1) Let's Encrypt mit Certbot für automatische, kostenlose Zertifikate (apt install certbot, certbot --nginx). 2) Cloudflare: Kostenloser SSL-Proxy, der HTTPS ohne eigenes Zertifikat ermöglicht. 3) Cloud-Provider: AWS Certificate Manager, Azure App Service und Google Cloud bieten managed TLS. 4) CDN: Vercel, Netlify und andere Plattformen konfigurieren HTTPS automatisch. Wichtig: HTTP-zu-HTTPS-Redirect einrichten und HSTS-Header setzen.

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