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Business-Modelle

Open Source

Software, deren Quellcode oeffentlich zugaenglich ist und von jedem eingesehen, genutzt, veraendert und weiterverbreitet werden darf.

Open Source hat die Softwarewelt grundlegend veraendert. Von Linux ueber WordPress bis zu Kubernetes: Die erfolgreichsten Technologien der Welt sind quelloffen. Für Unternehmen bietet Open Source nicht nur Kostenvorteile, sondern auch Transparenz, Flexibilitaet und Unabhaengigkeit von einzelnen Anbietern. Gleichzeitig erfordert der strategische Einsatz ein Verstaendnis von Lizenzen, Community-Dynamiken und Support-Modellen.

Was ist Open Source?

Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode oeffentlich einsehbar ist und unter einer Lizenz veroeffentlicht wird, die das Verwenden, Kopieren, Veraendern und Weiterverbreiten ausdruecklich erlaubt. Die Open Source Initiative (OSI) definiert zehn Kriterien, die eine Lizenz erfuellen muss. Wichtige Lizenzfamilien sind permissive Lizenzen (MIT, Apache 2.0, BSD), die wenig Einschraenkungen auferlegen, und Copyleft-Lizenzen (GPL, AGPL), die verlangen, dass abgeleitete Werke ebenfalls Open Source bleiben. Open Source ist nicht gleichbedeutend mit kostenlos: Viele Open-Source-Projekte finanzieren sich ueber Enterprise-Editionen, Support-Vertraege und Hosting-Dienste.

Wie funktioniert Open Source?

Open-Source-Projekte werden auf Plattformen wie GitHub oder GitLab entwickelt. Die Community traegt ueber Pull Requests Code bei, meldet Bugs ueber Issues und diskutiert Features. Maintainer pruefen und akzeptieren Beitraege. Große Projekte haben Governance-Strukturen (z.B. Foundations wie die Linux Foundation oder Apache Foundation), die die Richtung vorgeben. Unternehmen koennen Open-Source-Software frei nutzen, muessen aber die jeweilige Lizenz einhalten, insbesondere bei der Weitergabe von veraendertem Code.

Praxisbeispiele

1

Linux: Das meistgenutzte Server-Betriebssystem der Welt. Android basiert auf dem Linux-Kernel. Ueber 90% der Cloud-Server laufen auf Linux.

2

WordPress: Open-Source-CMS, das ueber 40% aller Websites weltweit betreibt. Kostenlos nutzbar mit einem riesigen Plugin-Oekosystem.

3

Kubernetes: Von Google entwickelt und als Open Source veroeffentlicht. Heute der Standard für Container-Orchestrierung, verwaltet von der CNCF.

4

Odoo: Open-Source-ERP-Suite mit ueber 12 Millionen Nutzern. Die Community Edition ist kostenlos, die Enterprise Edition kostenpflichtig.

5

PostgreSQL: Die leistungsfaehigste Open-Source-Datenbank, die zunehmend kommerzielle Alternativen wie Oracle ersetzt.

Typische Anwendungsfälle

Infrastruktur: Linux, Docker, Kubernetes und Terraform als Basis moderner IT-Infrastruktur

Business-Software: ERP (Odoo), CMS (WordPress), CRM (SuiteCRM) als kosteneffiziente Loesungen

Entwicklungstools: Git, VS Code, Node.js und Python als Standard-Werkzeuge der Softwareentwicklung

Datenbanken: PostgreSQL, MySQL, MongoDB und Redis als leistungsfaehige Datenloesungen

Machine Learning: TensorFlow, PyTorch und Hugging Face als Grundlage für KI-Projekte

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Transparenz: Quellcode ist einsehbar, auditierbar und auf Sicherheitsluecken pruefbar
  • Kein Vendor-Lock-in: Unabhaengigkeit von einem einzelnen Softwareanbieter
  • Kostenersparnis: Keine Lizenzkosten für die Software selbst
  • Community und Innovation: Tausende Entwickler weltweit tragen zu Verbesserungen bei
  • Flexibilitaet: Code kann an eigene Beduerfnisse angepasst werden

Nachteile

  • Support: Kein garantierter Support wie bei kommerzieller Software (ohne Enterprise-Vertrag)
  • Lizenzkomplexitaet: Unterschiedliche Lizenzen (MIT, GPL, AGPL) haben verschiedene Pflichten, die eingehalten werden muessen
  • Sicherheitsrisiko: Bekannte Schwachstellen in beliebten Bibliotheken koennen gezielt ausgenutzt werden (z.B. Log4j)
  • Wartung: Community-Projekte koennen eingestellt oder schlecht gewartet werden

Häufig gestellte Fragen zu Open Source

Ist Open Source kostenlos?

Der Quellcode ist kostenlos, aber der Betrieb nicht. Kosten entstehen für Hosting, Konfiguration, Anpassung, Wartung und ggf. Enterprise-Support. Viele Unternehmen bieten Open-Core-Modelle an: Die Basisversion ist kostenlos, erweiterte Features und Support sind kostenpflichtig (z.B. GitLab, Odoo, Redis).

Welche Open-Source-Lizenz sollte ich waehlen?

Fuer maximale Freiheit und Verbreitung: MIT oder Apache 2.0 (permissiv). Wenn Sie sicherstellen moechten, dass Aenderungen Open Source bleiben: GPL oder AGPL (Copyleft). Für Business-Software mit dualer Lizenzierung: AGPL für Open Source, kommerzielle Lizenz für proprietaere Nutzung.

Ist Open Source sicher?

Prinzipiell ja, da viele Augen den Code pruefen. Allerdings muessen Unternehmen ihre Abhaengigkeiten aktiv verwalten, Sicherheitsupdates zeitnah einspielen und Tools wie Snyk oder Dependabot nutzen, um bekannte Schwachstellen zu erkennen. Die Transparenz von Open Source ist eine Staerke für die Sicherheit, aber kein Selbstlaeufer.

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