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Grundlagen

Schnittstelle / Integration

Eine Schnittstelle (API/Interface) definiert, wie zwei Softwaresysteme miteinander kommunizieren. Integration bezeichnet den Prozess, diese Systeme zu verbinden und Daten automatisch auszutauschen.

In der modernen IT-Landschaft arbeitet kein System isoliert. ERP spricht mit dem Online-Shop, das CRM synchronisiert sich mit dem E-Mail-Tool, und die Buchhaltung erhält automatisch Rechnungsdaten. Schnittstellen sind die unsichtbaren Brücken, die diesen Datenaustausch ermöglichen. Ohne gut konzipierte Integrationen entstehen Datensilos, manuelle Doppelerfassungen und fehleranfällige Prozesse.

Was ist Schnittstelle / Integration?

Eine Schnittstelle (englisch: Interface oder API – Application Programming Interface) ist eine definierte Kommunikationsebene zwischen zwei Softwarekomponenten. Sie legt fest, welche Daten in welchem Format ausgetauscht werden, welche Operationen möglich sind und wie die Authentifizierung erfolgt. Integration beschreibt den Prozess, verschiedene Systeme über Schnittstellen miteinander zu verbinden, sodass Daten automatisch und in Echtzeit oder in definierten Intervallen fließen. Moderne Schnittstellen basieren meist auf REST-APIs oder GraphQL und nutzen JSON als Datenformat. Bei komplexen Integrationsszenarien kommen Middleware-Plattformen oder Enterprise Service Busse (ESB) zum Einsatz.

Wie funktioniert Schnittstelle / Integration?

System A sendet über eine HTTP-Anfrage (z.B. GET, POST) strukturierte Daten an die Schnittstelle von System B. System B verarbeitet die Anfrage, führt die gewünschte Operation aus und sendet eine Antwort zurück. Authentifizierung erfolgt typischerweise über API-Keys, OAuth-Tokens oder Zertifikate. Für Echtzeit-Daten kommen Webhooks oder WebSockets zum Einsatz, die bei Änderungen automatisch Benachrichtigungen senden. Middleware-Lösungen orchestrieren komplexe Integrationen, transformieren Datenformate und überwachen den Datenaustausch.

Praxisbeispiele

1

ERP-Shop-Integration: Bestell- und Lagerdaten werden in Echtzeit zwischen dem ERP-System und dem Online-Shop synchronisiert, sodass Lagerstände immer aktuell sind.

2

CRM-E-Mail-Synchronisation: Jede E-Mail und jeder Kundenkontakt wird automatisch im CRM erfasst, ohne dass Vertriebsmitarbeiter manuell Einträge erstellen müssen.

3

Zahlungsabwicklung: Ein Webshop integriert Stripe oder PayPal über deren APIs, um Zahlungen sicher zu verarbeiten und Transaktionsdaten automatisch zu verbuchen.

4

HR-Systemanbindung: Neue Mitarbeiter werden im HR-Tool angelegt und automatisch in Active Directory, E-Mail und internen Tools provisioniert.

Typische Anwendungsfälle

Automatisierung von Geschäftsprozessen: Daten fließen ohne manuelle Eingriffe zwischen ERP, CRM, Buchhaltung und Logistik

E-Commerce: Echtzeit-Synchronisation von Produktdaten, Bestellungen und Lagerbeständen über mehrere Kanäle

Datenkonsolidierung: Zusammenführung von Informationen aus verschiedenen Quellen für Business Intelligence und Reporting

Partner-Anbindung: Automatisierter Datenaustausch mit Lieferanten, Logistikdienstleistern oder Behörden

SaaS-Anbindung: Verbindung cloud-basierter Tools mit bestehenden On-Premise-Systemen

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Eliminierung manueller Doppelerfassung und dadurch weniger Fehler
  • Echtzeit-Datenverfügbarkeit über alle verbundenen Systeme hinweg
  • Höhere Prozessgeschwindigkeit durch automatisierten Datenaustausch
  • Bessere Entscheidungsgrundlage durch konsolidierte, aktuelle Daten
  • Flexibilität: Neue Systeme lassen sich über standardisierte Schnittstellen leicht anbinden

Nachteile

  • Initiale Komplexität: Verschiedene Systeme haben unterschiedliche Datenmodelle und Formate
  • Abhängigkeit von Drittanbieter-APIs, deren Änderungen Breaking Changes verursachen können
  • Sicherheitsrisiken: Jede Schnittstelle ist ein potenzieller Angriffspunkt, der abgesichert werden muss
  • Wartungsaufwand: Integrationen müssen bei System-Updates angepasst und getestet werden

Häufig gestellte Fragen zu Schnittstelle / Integration

Was ist der Unterschied zwischen API und Schnittstelle?

Im engeren Sinne ist eine API (Application Programming Interface) eine spezifische Art von Schnittstelle für die Kommunikation zwischen Softwaresystemen. Der Begriff Schnittstelle ist breiter und umfasst auch Hardware-Schnittstellen (USB, HDMI) oder Benutzeroberflächen. In der Praxis werden beide Begriffe im Software-Kontext oft synonym verwendet.

Wie sicher sind API-Integrationen?

Die Sicherheit hängt von der Implementierung ab. Best Practices umfassen OAuth 2.0 für die Authentifizierung, HTTPS-Verschlüsselung für den Transport, Rate Limiting gegen Missbrauch und Input-Validierung gegen Injection-Angriffe. Regelmäßige Sicherheitsaudits und API-Monitoring sind ebenfalls essenziell.

Wie lange dauert eine typische Systemintegration?

Das hängt von der Komplexität ab. Eine einfache API-Anbindung (z.B. Zahlungsanbieter) dauert 1-2 Wochen. Eine vollständige ERP-Shop-Integration kann 2-4 Monate beanspruchen. Entscheidend sind die Qualität der vorhandenen APIs, die Datenkomplexität und die Anforderungen an Echtzeit-Synchronisation.

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