Zero-Downtime-Deployment
Zero-Downtime-Deployment ist eine Deployment-Strategie, bei der Software-Updates ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs eingespielt werden – Nutzer bemerken vom Update nichts.
Wartungsfenster um 3 Uhr nachts, Hinweise auf geplante Ausfallzeiten, Nutzer, die ins Leere klicken – das war einmal. Moderne Webanwendungen werden ohne spürbare Unterbrechung aktualisiert. Zero-Downtime-Deployment macht es möglich: Die neue Version wird parallel zur alten gestartet, Traffic wird schrittweise umgeleitet, und bei Problemen wird sofort zurückgerollt. Für geschäftskritische Anwendungen ist diese Praxis unverzichtbar.
Was ist Zero-Downtime-Deployment?
Zero-Downtime-Deployment (auch: No-Downtime-Deployment) bezeichnet Deployment-Strategien, die sicherstellen, dass eine Anwendung während eines Software-Updates ununterbrochen verfügbar bleibt. Es gibt verschiedene Ansätze: Blue-Green-Deployment (zwei identische Umgebungen, Traffic wird umgeschaltet), Rolling-Deployment (Instanzen werden nacheinander aktualisiert), Canary-Deployment (neue Version wird zunächst nur für einen kleinen Teil der Nutzer freigeschaltet) und Feature-Flags (neue Funktionen werden im Code aktiviert/deaktiviert, ohne neues Deployment). Voraussetzung ist eine Architektur, die mehrere Instanzen und Backward-Compatible-Datenbank-Migrationen unterstützt.
Wie funktioniert Zero-Downtime-Deployment?
Am Beispiel Blue-Green-Deployment: Zwei identische Produktionsumgebungen (Blue und Green) laufen parallel. Die aktuelle Version läuft auf Blue und empfängt den Live-Traffic. Die neue Version wird auf Green deployt und dort getestet. Wenn alle Tests bestehen, schaltet der Load Balancer den Traffic von Blue auf Green um – in Sekundenbruchteilen. Bei Problemen wird sofort zurück auf Blue geschaltet (Instant Rollback). Beim Rolling-Deployment werden Instanzen nacheinander aktualisiert: Während eine Instanz aktualisiert wird, bearbeiten die übrigen den Traffic. Canary-Deployments leiten zunächst nur 5-10% des Traffics auf die neue Version, überwachen Metriken und erhöhen den Anteil schrittweise.
Praxisbeispiele
Ein Online-Shop deployt täglich neue Features per Blue-Green-Deployment: Kunden bemerken nichts vom Update, und bei einem Fehler ist der Rollback in unter 30 Sekunden erledigt.
Ein SaaS-Anbieter nutzt Canary-Deployments: Neue Features werden zunächst für 5% der Nutzer freigeschaltet. Wenn Error-Rates und Performance stimmen, wird auf 100% erhöht.
Ein Kubernetes-Cluster führt Rolling-Updates durch: Pods werden nacheinander aktualisiert, wobei Health-Checks sicherstellen, dass nur gesunde Pods Traffic empfangen.
Ein Banking-Portal nutzt Feature-Flags: Die neue Überweisungsfunktion ist bereits deployed, aber per Flag deaktiviert. Nach UAT-Freigabe wird sie per Flag-Änderung live geschaltet – ohne Deployment.
Typische Anwendungsfälle
E-Commerce: Online-Shops können es sich nicht leisten, während Geschäftszeiten offline zu sein – Umsatzverlust pro Minute Downtime
SaaS-Plattformen: Globale Nutzer in verschiedenen Zeitzonen erwarten 24/7-Verfügbarkeit
Finanzdienstleister: Regulatorische Anforderungen an Verfügbarkeit und schnelle Rollback-Fähigkeit
Continuous Delivery: Teams, die täglich oder mehrfach täglich deployen, benötigen unterbrechungsfreie Strategien
Microservices-Architekturen: Einzelne Services werden unabhängig aktualisiert, ohne das Gesamtsystem zu beeinträchtigen
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- Keine Ausfallzeit: Nutzer bemerken vom Deployment nichts – das System ist durchgängig verfügbar
- Instant Rollback: Bei Problemen wird in Sekunden auf die vorherige Version zurückgeschaltet
- Höhere Deployment-Frequenz: Wenn Deployments risikoarm sind, kann das Team häufiger releasen
- Bessere Nutzererfahrung: Keine Wartungsfenster, keine Downtime-Hinweise, keine verlorenen Sessions
- Reduziertes Risiko: Canary-Deployments identifizieren Probleme früh, bevor alle Nutzer betroffen sind
Nachteile
- Infrastruktur-Komplexität: Blue-Green erfordert doppelte Infrastruktur, Canary braucht intelligentes Traffic-Routing
- Datenbank-Migrationen: Schema-Änderungen müssen backward-compatible sein – das erfordert sorgfältige Planung
- Monitoring-Aufwand: Automatische Rollbacks erfordern robustes Monitoring mit definierten Health-Checks
- Kosten: Zusätzliche Infrastruktur (Blue-Green) oder komplexere Pipeline-Konfiguration erhöhen die Betriebskosten
Häufig gestellte Fragen zu Zero-Downtime-Deployment
Welche Deployment-Strategie ist die beste?
Wie geht man mit Datenbank-Migrationen bei Zero-Downtime um?
Braucht man Kubernetes für Zero-Downtime-Deployment?
Verwandte Begriffe
Unterbrechungsfreie Deployments einrichten?
Wir beraten Sie gerne zu Zero-Downtime-Deployment und finden die optimale Lösung für Ihre Anforderungen. Profitieren Sie von unserer Erfahrung aus über 200 Projekten.