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AWS vs. Azure für den Mittelstand – Cloud-Anbieter-Vergleich mit Services, Preisen und Datenresidenz in der EU

AWS vs. Azure für den Mittelstand: Welche Cloud-Plattform passt zu Ihrem Unternehmen?

Preisvergleich, Stärken und Schwächen der zwei größten Cloud-Anbieter für mittelständische Unternehmen.

AWS vs. Azure für den Mittelstand

Überblick: AWS und Azure im direkten Vergleich

Amazon Web Services (AWS) und Microsoft Azure sind die zwei dominanten Cloud-Plattformen weltweit. Für mittelständische Unternehmen in Deutschland stellt sich die Frage: Welche Plattform passt besser zu unseren Prozessen, unserem Team und unserem Budget? Beide bieten eine enorme Bandbreite an Diensten – die Entscheidung hängt weniger vom Funktionsumfang als von der vorhandenen IT-Infrastruktur und den strategischen Prioritäten ab.

KriteriumAWSMicrosoft Azure
DiensteumfangGrößter Dienstkatalog weltweit (200+ Services)Sehr groß (600+ Services inkl. Microsoft-Ökosystem)
PreismodellPay-as-you-go, Savings Plans, Reserved InstancesPay-as-you-go, Reserved VM Instances, Hybrid Benefit
Microsoft-IntegrationÜber Connector-Dienste möglichNative: Office 365, Active Directory, Teams, .NET
SAP on CloudAWS für SAP (zertifiziert)SAP on Azure (tiefer integriert, mehr Referenzen)
Kubernetes / ContainerEKS (managed Kubernetes), ECS, FargateAKS (managed Kubernetes), Azure Container Apps
Support MittelstandAWS Business/Enterprise Support (ab 100 $/Monat)Microsoft Unified Support, Partner-Support
Windows VMs KostenStandard Windows-Lizenzkosten enthaltenHybrid Benefit: günstiger bei vorhandenen Lizenzen
Daten-Analyse / MLSageMaker, Redshift, Glue – sehr mächtigAzure ML, Synapse Analytics, Power BI

AWS-Stärken und wann AWS die bessere Wahl ist

AWS besitzt den größten Dienstkatalog aller Cloud-Anbieter und war Pionier im Cloud-Computing. Die Plattform eignet sich besonders gut für greenfield Cloud-native-Projekte, bei denen kein bestehender Microsoft-Stack integriert werden muss. AWS punktet durch Reife der Dienste, globale Verfügbarkeit und eine riesige Community.

  • Startups und internationale Skalierung – AWS ist die bevorzugte Plattform für schnell wachsende Unternehmen mit globalem Fokus
  • Kubernetes / EKS – Elastic Kubernetes Service gilt als besonders reif und battle-tested für container-basierte Architekturen
  • Data Engineering – AWS Glue, Redshift, Kinesis und S3 bieten ein erstklassiges Ökosystem für Datenpipelines und Analytics
  • Linux-lastiger Stack – wenn Ihr Unternehmen primär auf Open-Source und Linux setzt, ist AWS oft die kosteneffizientere Wahl
  • Serverless und Microservices – AWS Lambda, API Gateway und DynamoDB sind wegweisende Dienste im Serverless-Bereich

Azure-Stärken: Wann Microsoft Azure besser passt

Microsoft Azure ist die natürliche Wahl für Unternehmen, die bereits auf Microsoft-Produkte setzen. Die tiefe Integration in das Microsoft-Ökosystem – Office 365, Active Directory, .NET, Teams und Dynamics 365 – macht Azure zum bevorzugten Cloud-Provider für den klassischen deutschen Mittelstand mit Windows-geprägter IT-Landschaft.

  • Windows-lastige Teams – Azure Active Directory, Entra ID und Intune fügen sich nahtlos in bestehende Windows-Infrastrukturen ein
  • SAP on Azure – Microsoft hat tiefe Partnerschaften mit SAP; viele SAP-Kunden migrieren bevorzugt zu Azure
  • Hybrid mit On-Premises – Azure Arc und Azure Stack ermöglichen nahtlose Hybrid-Szenarien für Unternehmen, die nicht vollständig in die Cloud wechseln
  • Azure Hybrid Benefit – bestehende Windows Server- und SQL-Server-Lizenzen können angerechnet werden, was Windows-VMs deutlich günstiger macht
  • .NET-Entwicklung – Azure DevOps, Azure App Service und Azure Functions sind optimal auf den .NET-Stack zugeschnitten

AWS vs. Azure: Kostenvergleich für typische Mittelstand-Workloads

Für ein typisches mittelständisches Unternehmen mit 50 Nutzern vergleichen wir die Kosten der wichtigsten Workloads. Hinweis: Azure ist durch den Hybrid Benefit bei Windows-VMs häufig günstiger als AWS, sofern bestehende On-Premises-Lizenzen vorhanden sind.

Compute (VMs, 50 User)

  • AWS: EC2 t3.medium ~70–90 €/Monat
  • Azure: B2ms ~60–80 €/Monat (mit Hybrid Benefit günstiger)
  • Azure-Vorteil bei Windows durch Hybrid Benefit

Storage (1 TB / Monat)

  • AWS S3: ~23 €/Monat
  • Azure Blob: ~18–21 €/Monat
  • Vergleichbar; Egress-Kosten können variieren

Datenbank (Managed SQL)

  • AWS RDS: ~100–180 €/Monat
  • Azure SQL: ~90–160 €/Monat (Hybrid Benefit möglich)
  • Azure-Vorteil bei SQL Server-Lizenzen

Die Gesamtkosten hängen stark von Ihrer bestehenden Lizenz-Situation ab. Ein Unternehmen mit aktiven Windows-Server-Lizenzen und SQL-Server-Lizenzen kann mit Azure durch den Hybrid Benefit bis zu 40 % einsparen. Für reine Linux-Umgebungen sind die Unterschiede deutlich geringer.

Cloud-Migration für den Mittelstand

Wir analysieren Ihre bestehende IT-Infrastruktur und empfehlen die Cloud-Plattform, die zu Ihren Prozessen, Ihrem Team und Ihrem Budget passt – unabhängig und anbieterneutral.

Häufig gestellte Fragen: AWS vs. Azure

Ist AWS oder Azure günstiger für den Mittelstand?

Pauschal lässt sich das nicht sagen. Azure ist häufig günstiger für Windows-basierte Workloads (Virtual Machines, SQL Server), da Microsoft den sogenannten Azure Hybrid Benefit anbietet – bestehende Windows Server- und SQL-Lizenzen können angerechnet werden. AWS ist in vielen Fällen kostengünstiger für Linux-Workloads und Cloud-native Anwendungen. Für einen typischen mittelständischen Betrieb mit 50 Nutzern, Office-365-Umgebung und Windows-Servern ist Azure oft die preiswerter Option. Für greenfield Cloud-Projekte ohne Microsoft-Stack kann AWS konkurrenzfähiger sein.

Kann man AWS und Azure gleichzeitig nutzen (Multi-Cloud)?

Ja, Multi-Cloud ist möglich und wird von vielen größeren Unternehmen praktiziert. Für den Mittelstand ist es jedoch in der Regel sinnvoller, sich auf eine Plattform zu konzentrieren: Die Komplexität von zwei Cloud-Umgebungen erhöht Betriebsaufwand, Kosten und Sicherheitsrisiken erheblich. Multi-Cloud lohnt sich vor allem, wenn Sie spezifische Dienste eines Anbieters benötigen (z. B. Azure für Office-365-Integration, AWS für spezialisierte ML-Dienste) oder regulatorische Anforderungen an geografische Verteilung haben.

Welche Zertifizierungen sind bei AWS und Azure relevant?

Bei AWS sind die relevantesten Zertifizierungen für den Mittelstand: AWS Certified Solutions Architect (Associate und Professional), AWS Certified DevOps Engineer und AWS Certified Security – Specialty. Bei Azure sind es: Microsoft Certified Azure Administrator (AZ-104), Azure Solutions Architect Expert (AZ-305) und Azure Security Engineer (AZ-500). Für Unternehmen, die einen Cloud-Dienstleister beauftragen, sind diese Zertifizierungen ein Qualitätsmerkmal. Wir halten aktuelle Zertifizierungen beider Plattformen vor.

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