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Design

Prototyping

Frueher Entwurf eines Produkts oder einer Anwendung, der Design und Interaktion visualisiert, bevor die eigentliche Entwicklung beginnt.

Prototyping ist ein unverzichtbarer Schritt in der modernen Software- und Produktentwicklung. Bevor eine einzige Zeile Code geschrieben wird, visualisieren Prototypen die Benutzererfahrung, decken Usability-Probleme auf und schaffen ein gemeinsames Verstaendnis zwischen Stakeholdern, Designern und Entwicklern. Ein guter Prototyp spart Tausende Euro an Entwicklungskosten, weil Fehler frueh erkannt werden.

Was ist Prototyping?

Prototyping ist der Prozess, fruehe Versionen eines Produkts oder einer Anwendung zu erstellen, um Design, Interaktion und Benutzererfahrung zu testen. Man unterscheidet verschiedene Treuestufen: Low-Fidelity-Prototypen (Papier-Skizzen, Wireframes) zeigen die grundlegende Struktur und Navigation. Mid-Fidelity-Prototypen (klickbare Wireframes in Figma oder Sketch) simulieren den Benutzerfluss. High-Fidelity-Prototypen (pixelgenaue, interaktive Designs) sehen aus und fuehlen sich an wie die fertige App. Der Prototyp ist kein funktionierendes Produkt, sondern eine Simulation, die Feedback ermöglicht, bevor die Entwicklung beginnt.

Wie funktioniert Prototyping?

Der Prototyping-Prozess beginnt mit der Definition der User Stories und Kernfunktionen. Designer erstellen zunaechst Wireframes, die die Seitenstruktur und Navigation festlegen. Darauf aufbauend werden interaktive Prototypen in Tools wie Figma, Adobe XD oder Sketch erstellt. Diese Prototypen werden mit echten Nutzern getestet (Usability Testing), um Probleme zu identifizieren. Das Feedback fließt in ueberarbeitete Versionen ein. Erst wenn der Prototyp validiert ist, beginnt die technische Entwicklung.

Praxisbeispiele

1

App-Redesign: Ein Finanzdienstleister testet das neue Mobile-Banking-Design als klickbaren Figma-Prototyp mit 50 Kunden, bevor die Entwicklung beginnt.

2

SaaS-Dashboard: Ein Startup erstellt einen interaktiven Prototyp seines Analyse-Dashboards und praesentiert ihn potenziellen Kunden, um die Zahlungsbereitschaft zu validieren.

3

E-Commerce-Checkout: Ein Online-Haendler testet drei verschiedene Checkout-Flows als Prototypen, um die Variante mit der hoechsten Conversion Rate zu identifizieren.

4

Industrie-App: Ein Maschinenbauer erstellt Wireframes für eine Wartungs-App und testet sie mit Servicetechnikern im Aussendienst.

5

Papier-Prototyp im Workshop: In einem Design-Thinking-Workshop skizzieren Teilnehmer Screens auf Papier und spielen die Navigation manuell durch.

Typische Anwendungsfälle

User Experience Validation: Testen der Benutzeroberflaeche mit echten Nutzern vor der Entwicklung

Stakeholder-Kommunikation: Visualisierung der geplanten Anwendung für Geschaeftsfuehrung und Investoren

Design-Iteration: Schnelles Testen und Verwerfen verschiedener Design-Varianten

Entwickler-Briefing: Klare Vorlage für das Entwicklerteam, die Missverstaendnisse minimiert

Usability Testing: Systematische Evaluation der Bedienbarkeit mit Testpersonen

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Fruehe Fehlererkennung: Usability-Probleme werden vor der teuren Entwicklung entdeckt
  • Kostenersparnis: Aenderungen im Prototyp kosten Stunden, Aenderungen im Code kosten Tage oder Wochen
  • Bessere Kommunikation: Alle Stakeholder sehen und erleben das geplante Produkt
  • Nutzerzentriertes Design: Echtes Nutzerfeedback fließt frueh in die Gestaltung ein
  • Schnelle Iteration: Design-Varianten koennen in Stunden erstellt und getestet werden

Nachteile

  • Falsche Erwartungen: Stakeholder koennten den Prototyp für das fertige Produkt halten
  • Zeitaufwand: High-Fidelity-Prototypen benoetigen erhebliche Design-Ressourcen
  • Ueberdesign: Zu viel Zeit im Prototyping kann den Entwicklungsstart verzoegern
  • Eingeschraenkte Validierung: Prototypen testen nur die UX, nicht die technische Machbarkeit

Häufig gestellte Fragen zu Prototyping

Welches Tool eignet sich am besten für Prototyping?

Figma ist aktuell der Standard für kollaboratives UI/UX-Design und Prototyping. Es ist browserbasiert, kostenlos für Einzelpersonen und ermöglicht Echtzeit-Zusammenarbeit. Adobe XD und Sketch sind Alternativen. Für schnelle Wireframes eignen sich auch Balsamiq oder Whimsical. Die Toolwahl haengt vom Team und dem gewuenschten Detailgrad ab.

Wie detailliert sollte ein Prototyp sein?

Das haengt von der Phase ab. In der fruehen Ideenfindung reichen Papier-Skizzen oder Low-Fidelity-Wireframes. Für Usability-Tests sind klickbare Mid-Fidelity-Prototypen ideal. High-Fidelity-Prototypen mit pixelgenauem Design sind sinnvoll für den finalen Stakeholder-Review und als Entwickler-Vorlage.

Was ist der Unterschied zwischen Wireframe, Mockup und Prototyp?

Ein Wireframe ist eine schematische Darstellung der Seitenstruktur (Skelett). Ein Mockup ist ein statisches, visuell ausgestaltetes Design (Bild). Ein Prototyp ist ein interaktives Modell, in dem Nutzer klicken und navigieren koennen. Die Uebergaenge sind fließend: Wireframe, dann Mockup, dann Prototyp.

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