Software-Wartungsvertrag: Was gehört rein? (inkl. Muster)
Ein professioneller Software-Wartungsvertrag ist das Fundament für eine langfristig erfolgreiche und stabile Softwarelösung. Er schafft nicht nur rechtliche Klarheit, sondern definiert auch die Erwartungen und Verantwortlichkeiten zwischen Ihnen als Auftraggeber und dem Dienstleister. Doch welche Punkte sind in einem solchen Vertrag unverzichtbar? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Klauseln in keinem Software-Wartungsvertrag fehlen dürfen und erhalten ein praktisches Muster an die Hand.
Warum ist ein Software-Wartungsvertrag so wichtig?
Software ist kein statisches Produkt. Sie muss regelmäßig an neue technische Gegebenheiten angepasst, von Fehlern bereinigt und weiterentwickelt werden, um ihren Wert zu erhalten und auszubauen. Ein Wartungsvertrag, oft auch als Service Level Agreement (SLA) bezeichnet, regelt genau diese Aspekte. Er sichert Ihre Investition ab, minimiert Ausfallzeiten und sorgt dafür, dass Ihre Software auch in Zukunft den Anforderungen Ihres Unternehmens gerecht wird.
Laut einer Studie von Gartner machen die jährlichen Wartungskosten oft 15-25% der gesamten IT-Kosten eines Unternehmens aus [1]. Eine klare vertragliche Grundlage ist daher unerlässlich, um diese Kosten zu kontrollieren und den maximalen Nutzen aus Ihrer Software zu ziehen.
Die 10 wichtigsten Bestandteile eines Software-Wartungsvertrags
Ein umfassender Software-Wartungsvertrag sollte die folgenden Punkte detailliert regeln, um Missverständnisse zu vermeiden und eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Vertragsbestandteil Beschreibung
1. Vertragsgegenstand Genaue Bezeichnung der Software, inklusive Versionsnummer und eventueller Module, die vom Vertrag abgedeckt sind.
2. Leistungsumfang Detaillierte Auflistung der Wartungsleistungen. Hier wird zwischen den verschiedenen Arten der Wartung unterschieden.
3. Reaktions- & Lösungszeiten Definition von Servicezeiten und festen Zeitfenstern für die Reaktion auf und die Behebung von Fehlern, oft nach Priorität gestaffelt.
4. Klassifizierung von Fehlern Einteilung von Störungen in Kritikalitätsstufen (z.B. kritischer Fehler, schwerer Fehler, leichter Fehler) zur Priorisierung.
5. Vergütung Regelung der Kosten: Monatliche oder jährliche Pauschale, Abrechnung nach Aufwand oder eine Kombination aus beidem.
6. Laufzeit & Kündigung Festlegung der Vertragslaufzeit (z.B. 12 oder 24 Monate) und der Fristen und Bedingungen für eine ordentliche oder außerordentliche Kündigung.
7. Mitwirkungspflichten Pflichten des Auftraggebers, z.B. die Bereitstellung von Informationen, Testumgebungen oder Ansprechpartnern.
8. Gewährleistung & Haftung Regelungen zur Gewährleistung für die erbrachten Wartungsleistungen und die Haftung bei Schäden.
9. Vertraulichkeit & Datenschutz Verpflichtung beider Parteien zur Geheimhaltung von Geschäftsgeheimnissen und Einhaltung der Datenschutzbestimmungen (DSGVO).
10. Schlussbestimmungen Gerichtsstand, anwendbares Recht und die Schriftformklausel.
Muster: Software-Wartungsvertrag (Auszug)
Dieser Auszug dient als Beispiel und ersetzt keine rechtliche Beratung. Passen Sie ihn an Ihre spezifischen Bedürfnisse an.
§ 2 Leistungsumfang
Der Auftragnehmer erbringt für die in § 1 genannte Software folgende Wartungsleistungen:
Korrektive Wartung: Analyse und Beseitigung von Fehlern, die den vertragsgemäßen Gebrauch der Software beeinträchtigen.
Präventive Wartung: Durchführung von Maßnahmen zur Vorbeugung von potenziellen Fehlern und zur Erhöhung der Stabilität.
Adaptive Wartung: Anpassung der Software an veränderte Betriebssysteme oder Systemumgebungen nach Absprache.
Perfektionierende Wartung: Kleinere funktionale Erweiterungen und Performance-Optimierungen nach gesonderter Beauftragung.
Support: Telefonischer und E-Mail-Support für Anwenderfragen zu den vertraglich vereinbarten Servicezeiten.
§ 3 Reaktions- und Lösungszeiten
Fehlerpriorität Beschreibung Reaktionszeit (innerhalb der Servicezeiten) Ziel-Lösungszeit
Priorität 1 (Kritisch) Systemausfall, die Nutzung der Software ist unmöglich. < 2 Stunden 8 Stunden
Priorität 2 (Schwer) Wesentliche Funktionseinschränkungen. < 4 Stunden 2 Arbeitstage
Priorität 3 (Leicht) Geringfügige Beeinträchtigungen. < 8 Stunden Nächstes Release
Fazit
Ein detaillierter und gut durchdachter Software-Wartungsvertrag ist kein bürokratisches Übel, sondern ein strategisches Instrument zur Sicherung Ihrer digitalen Geschäftsprozesse. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Punkte sorgfältig zu prüfen und bei Bedarf juristischen Rat einzuholen. So schaffen Sie eine solide Basis für eine langfristige und erfolgreiche Partnerschaft mit Ihrem IT-Dienstleister.
Referenzen
[1] Gartner Inc. - https://www.gartner.com/
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