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Entwicklung

Low-Code / No-Code

Entwicklungsplattformen mit visuellen Bausteinen statt klassischer Programmierung. Ermöglichen schnelle Prototypen und einfache Anwendungen auch ohne Entwickler-Know-how.

Low-Code und No-Code demokratisieren die Softwareentwicklung. Statt monatelanger Entwicklung können Fachabteilungen eigene Anwendungen in Tagen erstellen – mit visuellen Drag-and-Drop-Tools statt Code. Von internen Workflows über Kunden-Portale bis zu Mobile Apps: Low-Code-Plattformen wie OutSystems, Mendix und Power Apps beschleunigen die digitale Transformation. Doch sie haben Grenzen – und ersetzen professionelle Entwicklung nicht in jedem Fall.

Was ist Low-Code / No-Code?

Low-Code-Plattformen ermöglichen die Erstellung von Software mit minimaler Programmierung: Visuelle Entwicklungsumgebungen, Drag-and-Drop-Editoren und vorkonfigurierte Bausteine ersetzen den Großteil des Codes. Für komplexe Logik kann zusätzlicher Code eingebunden werden. No-Code-Plattformen gehen einen Schritt weiter: Sie erfordern keinerlei Programmierkenntnisse. Citizen Developer – Mitarbeiter aus Fachabteilungen – erstellen eigene Anwendungen. Bekannte Plattformen: Microsoft Power Apps (Low-Code, Microsoft-Ökosystem), OutSystems und Mendix (Enterprise Low-Code), Bubble (No-Code Web-Apps), Airtable und Notion (No-Code-Datenbanken/Tools), Retool (Low-Code für interne Tools), n8n und Make (No-Code-Automatisierung).

Wie funktioniert Low-Code / No-Code?

Low-Code-Plattformen bieten einen visuellen Editor: UI-Komponenten (Formulare, Tabellen, Charts) werden per Drag-and-Drop platziert, Datenquellen per Klick verbunden (Datenbank, API, Excel), Geschäftslogik über visuelle Workflows oder einfache Ausdrücke definiert, und Deployment per Knopfdruck. Die Plattform generiert den Code im Hintergrund und kümmert sich um Hosting, Skalierung und Sicherheit. Enterprise-Low-Code-Plattformen (OutSystems, Mendix) bieten zusätzlich: Versionierung, CI/CD, Governance, Rollenkonzepte und Integration in Enterprise-Systeme (SAP, Salesforce).

Praxisbeispiele

1

Power Apps + SharePoint: Ein HR-Team erstellt ein Urlaubsantrags-Tool in 2 Tagen – Formulare, Genehmigungsworkflow und Dashboard ohne IT-Abteilung.

2

Bubble E-Commerce MVP: Ein Startup baut einen funktionierenden Marketplace-Prototyp in 2 Wochen mit Bubble – zum Testen des Geschäftsmodells vor der professionellen Entwicklung.

3

Retool Admin-Panel: Entwickler erstellen in Stunden ein internes Admin-Dashboard, das direkt auf die Produktionsdatenbank zugreift – statt in Wochen ein Custom-UI zu bauen.

4

n8n-Automatisierung: Marketing verbindet CRM, E-Mail-Tool und Social-Media-APIs über visuelle Workflows, ohne eine Zeile Code zu schreiben.

Typische Anwendungsfälle

Interne Tools: Admin-Panels, Approval-Workflows und Daten-Dashboards für den internen Gebrauch

Prototyping: Schnelle Validierung von Geschäftsideen und Nutzerfeedback vor der Profi-Entwicklung

Automatisierung: Integration von Systemen und Automatisierung von Geschäftsprozessen ohne Entwickler

Citizen Development: Fachabteilungen erstellen eigene Anwendungen unter IT-Governance

MVP-Entwicklung: Funktionsfähige Produkte zum Testen des Marktes mit minimalem Investment

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Geschwindigkeit: 5-10x schnellere Entwicklung als traditionelle Programmierung für geeignete Use Cases
  • Demokratisierung: Fachabteilungen können eigene Lösungen erstellen ohne auf die IT zu warten
  • Kostenersparnis: Keine Vollzeit-Entwickler für einfache interne Anwendungen nötig
  • Maintenance: Plattform kümmert sich um Hosting, Updates und Sicherheitspatches
  • Prototyping: Schnelle Validierung von Ideen, bevor in professionelle Entwicklung investiert wird

Nachteile

  • Vendor Lock-in: Migration von einer Low-Code-Plattform zu einer anderen oder zu Custom Code ist extrem aufwendig
  • Skalierungsgrenzen: Bei wachsender Komplexität stoßen Low-Code-Plattformen an ihre Grenzen
  • Performance: Generierter Code ist selten so performant wie handgeschriebener, optimierter Code
  • Kosten bei Skalierung: Enterprise-Low-Code-Plattformen werden bei vielen Nutzern teuer (pro User/Monat)
  • Governance-Risiko: Unkontrolliertes Citizen Development kann zu Shadow IT und Sicherheitsproblemen führen

Häufig gestellte Fragen zu Low-Code / No-Code

Ersetzt Low-Code professionelle Entwicklung?

Nein, aber es ergänzt sie sinnvoll. Low-Code eignet sich für: interne Tools, Prototypen, einfache Workflows und Citizen Development. Professionelle Entwicklung ist weiterhin nötig für: komplexe Geschäftslogik, hohe Performance-Anforderungen, individuelle UX, tiefe Systemintegrationen und regulierte Branchen. Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Citizen Developer einfache Lösungen bauen und professionelle Entwickler komplexe Systeme erstellen.

Welche Low-Code-Plattform ist die richtige?

Microsoft Power Apps: Ideal im Microsoft-Ökosystem (SharePoint, Dynamics, Teams). OutSystems/Mendix: Enterprise-Grade mit CI/CD, Governance und Skalierung. Bubble: Beste No-Code-Plattform für Web-Apps und MVPs. Retool: Ideal für interne Admin-Tools und Dashboards. n8n/Make: Beste Wahl für Workflow-Automatisierung ohne Code. Die Wahl hängt vom Use Case, bestehenden Systemen und technischen Fähigkeiten ab.

Was kostet Low-Code?

No-Code (Bubble, Airtable): ab 0-25 EUR/Monat für Starterpläne. Microsoft Power Apps: ab 5 EUR/User/Monat (Teil von Microsoft 365). Enterprise (OutSystems, Mendix): 2.000-15.000+ EUR/Monat je nach Umfang und Nutzeranzahl. Retool: ab 10 USD/User/Monat. Berücksichtigen Sie versteckte Kosten: Schulung, Governance, Platform-Lock-in und die Kosten einer eventuellen Migration.

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