Zum Inhalt springen
Zum Hauptinhalt springen
Services

Technical Due Diligence

Technical Due Diligence ist die systematische Prüfung und Bewertung der technischen Infrastruktur, Software-Architektur und IT-Organisation eines Unternehmens – typischerweise vor Investitionen, Übernahmen oder Partnerschaften.

Bevor Investoren Millionen in ein Tech-Unternehmen investieren oder ein Konzern eine Akquisition tätigt, muss die technische Basis geprüft werden. Ist die Software-Architektur skalierbar? Gibt es versteckte technische Schulden? Wie gut ist das Entwicklerteam? Technical Due Diligence beantwortet diese Fragen und schützt vor teuren Überraschungen nach dem Deal.

Was ist Technical Due Diligence?

Technical Due Diligence (TDD) ist ein strukturierter Prüfungsprozess, bei dem externe IT-Experten die technischen Assets eines Unternehmens bewerten. Die Analyse umfasst typischerweise: Software-Architektur und Code-Qualität, Infrastruktur und Betriebsprozesse, Sicherheits- und Datenschutz-Compliance, Technologie-Stack und Abhängigkeiten, Team-Kompetenz und Organisationsstruktur sowie Skalierbarkeit und technische Risiken. Das Ergebnis ist ein detaillierter Bericht mit Bewertung, identifizierten Risiken und konkreten Handlungsempfehlungen. TDD ist ein Standardbaustein bei Venture-Capital-Investments, M&A-Transaktionen und strategischen Partnerschaften.

Wie funktioniert Technical Due Diligence?

In Phase 1 (Vorbereitung) werden Ziele, Umfang und Zeitplan definiert. Das Prüfungsteam erhält Zugang zu Code-Repositories, Infrastruktur-Dokumentation und kann Interviews mit dem technischen Team führen. In Phase 2 (Analyse) wird der Code mit statischen Analyse-Tools geprüft, die Architektur bewertet, Sicherheits-Scans durchgeführt und das Team interviewt. Phase 3 (Bewertung) aggregiert die Ergebnisse zu einer Gesamtbewertung mit Risiko-Matrix und priorisierten Handlungsempfehlungen. Der abschließende Bericht wird den Entscheidern präsentiert.

Praxisbeispiele

1

Ein VC-Fonds prüft ein SaaS-Startup vor einer Series-A-Investition: Die TDD deckt massive technische Schulden und fehlende automatisierte Tests auf – die Investitionsbedingungen werden angepasst.

2

Ein Konzern plant die Übernahme eines Softwarehauses: Die TDD bewertet die Übertragbarkeit der Codebasis und die Abhängigkeit von Schlüsselpersonen.

3

Ein Private-Equity-Investor prüft eine E-Commerce-Plattform: Die Analyse zeigt, dass die Architektur nicht für das geplante Wachstum skaliert – die Kosten für eine Modernisierung fließen in die Bewertung ein.

4

Ein Unternehmen evaluiert einen potenziellen Technologiepartner: Die TDD prüft, ob dessen Plattform die versprochene Integrationsfähigkeit und Sicherheit bietet.

Typische Anwendungsfälle

Venture Capital: Investoren prüfen die technische Substanz und Skalierbarkeit von Startups vor der Finanzierung

Mergers & Acquisitions: Käufer bewerten die IT-Assets und technischen Risiken eines Übernahmeziels

Strategische Partnerschaften: Unternehmen prüfen die technische Kompatibilität und Zuverlässigkeit potenzieller Partner

Interne Standortbestimmung: CTOs lassen ihre eigene Technologie-Landschaft extern bewerten, um Modernisierungsbedarf zu identifizieren

IPO-Vorbereitung: Unternehmen lassen ihre Technologie vor einem Börsengang prüfen, um Investor-Fragen proaktiv zu adressieren

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Risikominimierung: Versteckte technische Schulden und Risiken werden vor dem Deal sichtbar
  • Informierte Entscheidungen: Die technische Bewertung fließt direkt in die Unternehmensbewertung und Verhandlung ein
  • Handlungsempfehlungen: Konkrete Maßnahmen zur Risikominderung werden aufgezeigt
  • Verhandlungsgrundlage: Identifizierte Risiken können zu Preisanpassungen oder Garantieklauseln führen
  • Post-Deal-Roadmap: Der TDD-Bericht dient als Basis für die technische Integrationsplanung nach dem Deal

Nachteile

  • Kosten: Eine gründliche TDD kostet 10.000-50.000 EUR, je nach Umfang und Komplexität
  • Zeitaufwand: 2-6 Wochen, die in zeitkritischen Deal-Prozessen knapp sein können
  • Zugangs-Abhängigkeit: Die Qualität der TDD hängt davon ab, wie transparent das geprüfte Unternehmen ist
  • Momentaufnahme: Die TDD bildet den Status quo ab – zukünftige Entwicklungen kann sie nicht vorhersagen

Häufig gestellte Fragen zu Technical Due Diligence

Was unterscheidet Technical Due Diligence von einem Code-Audit?

Ein Code-Audit fokussiert sich auf die Code-Qualität (Stil, Bugs, Sicherheit). Eine TDD ist umfassender und bewertet zusätzlich Architektur, Infrastruktur, Prozesse, Team-Kompetenz, Skalierbarkeit und technische Risiken im Geschäftskontext. Die TDD ist ein strategisches Werkzeug für Investitionsentscheidungen, das Code-Audit ein operatives Werkzeug für Qualitätssicherung.

Wie lange dauert eine Technical Due Diligence?

Eine Standard-TDD dauert 2-4 Wochen, bei großen oder komplexen Organisationen bis zu 6 Wochen. Ein Express-Assessment für zeitkritische Deals ist in 1-2 Wochen möglich, deckt dann aber weniger Tiefe ab. Die Dauer hängt von der Größe der Codebasis, der Anzahl der Systeme und der Verfügbarkeit des technischen Teams ab.

Wer sollte eine TDD durchführen?

Idealerweise unabhängige, erfahrene Software-Architekten und Ingenieure, die keine eigenen Interessen am Deal haben. Spezialisierte TDD-Dienstleister oder erfahrene Softwareentwicklungsunternehmen mit M&A-Erfahrung sind die beste Wahl. Wichtig ist, dass die Prüfer die eingesetzten Technologien und die Branche des Zielunternehmens kennen.

Verwandte Begriffe

Technische Bewertung benötigt?

Wir beraten Sie gerne zu Technical Due Diligence und finden die optimale Lösung für Ihre Anforderungen. Profitieren Sie von unserer Erfahrung aus über 200 Projekten.

Nächster Schritt

Wir helfen Ihnen, den nächsten Schritt zu definieren.

Eine ehrliche Einschätzung zu Machbarkeit und Aufwand – kostenlos und ohne Verpflichtung.

30 Min. Strategiegespräch – 100% kostenlos & unverbindlich

Was ist Technical Due Diligence? IT-Bewertung erklärt