Parallelbetrieb bei Software-Ablösung: Eine ausgewogene Betrachtung der Vor- und Nachteile
Die Entscheidung, eine alte Software ablösen zu müssen, ist für viele Unternehmen ein unausweichlicher Schritt in der digitalen Transformation. Veraltete Systeme, oft als Legacy-Systeme bezeichnet, können zu einem Bremsklotz für Innovation und Wachstum werden. Doch wie gestaltet man den Übergang zu einer neuen Softwarelösung so reibungslos und sicher wie möglich? Eine bewährte Methode ist der Parallelbetrieb. In diesem Beitrag beleuchten wir die Vor- und Nachteile dieser Strategie und zeigen auf, wann sie die richtige Wahl für Ihr Unternehmen ist.
Was ist ein Parallelbetrieb?
Unter einem Parallelbetrieb versteht man im Kontext der Software-Migration eine Übergangsphase, in der das alte und das neue System gleichzeitig betrieben werden. Anstatt eines abrupten Wechsels, bei dem das Altsystem an einem Stichtag abgeschaltet und das neue System live geschaltet wird (bekannt als "Big Bang"-Ansatz), ermöglicht der Parallelbetrieb einen sanfteren Übergang. Die Benutzer arbeiten in dieser Zeit mit beiden Systemen, und die Ergebnisse werden kontinuierlich verglichen, um die Funktionalität und Zuverlässigkeit der neuen Anwendung sicherzustellen.
Die Vorteile des Parallelbetriebs
Die Entscheidung für einen Parallelbetrieb bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich, die insbesondere bei unternehmenskritischen Anwendungen zum Tragen kommen.
Minimiertes Risiko: Der größte Vorteil des Parallelbetriebs liegt in der Risikominimierung. Da das alte System weiterhin als eine Art Sicherheitsnetz fungiert, sind die Auswirkungen von Fehlern oder Problemen im neuen System deutlich geringer. Der Geschäftsbetrieb wird nicht unterbrochen, und es bleibt genügend Zeit, um eventuelle Kinderkrankheiten der neuen Software zu beheben.
Umfassende Qualitätssicherung: Der direkte Vergleich der Arbeitsergebnisse aus beiden Systemen ermöglicht eine lückenlose Qualitätssicherung. Abweichungen und Fehler können schnell identifiziert und korrigiert werden. Dieser Prozess stellt sicher, dass das neue System mindestens die gleiche, wenn nicht sogar eine höhere Genauigkeit und Zuverlässigkeit als das Altsystem aufweist.
Laufende Optimierungsmöglichkeiten: Während der Parallelphase können wertvolle Erkenntnisse über die Performance und Benutzerfreundlichkeit des neuen Systems gewonnen werden. Feedback von den Anwendern kann direkt in den Optimierungsprozess einfließen, um die Software noch besser an die spezifischen Anforderungen des Unternehmens anzupassen.
Schrittweise Schulung der Mitarbeiter: Die Einführung einer neuen Software bedeutet für die Mitarbeiter immer eine Umstellung. Der Parallelbetrieb ermöglicht es den Anwendern, sich schrittweise und in einer weniger stressigen Umgebung mit den neuen Funktionen und Arbeitsabläufen vertraut zu machen. Das alte System steht ihnen weiterhin als Referenz zur Verfügung, was die Lernkurve deutlich abflacht.
Die Nachteile und Herausforderungen
Trotz der genannten Vorteile ist der Parallelbetrieb nicht ohne Herausforderungen. Unternehmen müssen sich der potenziellen Nachteile bewusst sein, bevor sie sich für diese Strategie entscheiden.
Hohe Kosten: Der gleichzeitige Betrieb von zwei Systemen verursacht naturgemäß höhere Kosten. Lizenzgebühren, Wartungsaufwand und der Bedarf an zusätzlicher Hardware können das Budget belasten. Es ist daher entscheidend, die Dauer der Parallelphase so kurz wie möglich, aber so lang wie nötig zu planen.
Komplexe Datenkonsistenz: Die Synchronisation der Daten zwischen dem alten und dem neuen System ist eine der größten technischen Herausforderungen. Es muss sichergestellt werden, dass die Daten in beiden Systemen jederzeit konsistent sind, um Fehlentscheidungen auf Basis veralteter oder falscher Informationen zu vermeiden.
Erhöhte Ressourcenbindung: Der Parallelbetrieb bindet nicht nur finanzielle, sondern auch personelle Ressourcen. IT-Mitarbeiter müssen beide Systeme betreuen, und die Anwender müssen möglicherweise doppelte Eingaben tätigen. Dies kann zu einer vorübergehenden Reduzierung der Produktivität führen.
Gefahr einer verlängerten Projektlaufzeit: Ohne ein klares Enddatum und eine konsequente Projektsteuerung besteht die Gefahr, dass sich die Parallelphase unnötig in die Länge zieht. Dies treibt nicht nur die Kosten in die Höhe, sondern kann auch die Akzeptanz des neuen Systems bei den Mitarbeitern gefährden.
Vor- und Nachteile im Überblick
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Minimiertes Ausfallrisiko | Hohe Kosten durch doppelten Betrieb |
| Umfassende Qualitätssicherung | Komplexe Datensynchronisation |
| Laufende Optimierungsmöglichkeiten | Erhöhte Ressourcenbindung |
| Schrittweise Anwenderschulung | Gefahr einer verlängerten Projektlaufzeit |
Wann ist ein Parallelbetrieb die richtige Wahl?
Der Parallelbetrieb ist besonders dann sinnvoll, wenn es darum geht, eine alte Software ablösen zu müssen, die für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung ist. Dies ist beispielsweise bei ERP-Systemen, zentralen Datenbanken oder anderen unternehmenskritischen Anwendungen der Fall. Immer dann, wenn ein Ausfall des Systems zu erheblichen finanziellen Verlusten oder einem massiven Reputationsschaden führen würde, ist die zusätzliche Sicherheit, die ein Parallelbetrieb bietet, den erhöhten Aufwand in der Regel wert.
Fazit: Groenewold IT Solutions als Ihr Partner für eine erfolgreiche Software-Ablösung
Die Entscheidung für die richtige Migrationsstrategie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor bei der Ablösung von Altsystemen. Der Parallelbetrieb bietet ein hohes Maß an Sicherheit, ist aber auch mit erheblichem Aufwand verbunden. Eine sorgfältige Abwägung der Vor- und Nachteile im Kontext der spezifischen Unternehmensanforderungen ist daher unerlässlich.
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