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Architektur

Monolith

Software-Architektur, bei der alle Funktionen in einer einzigen, zusammenhaengenden Codebasis und einem gemeinsamen Deployment-Artefakt vereint sind.

Der Monolith ist das aelteste und immer noch am weitesten verbreitete Architekturmuster der Softwareentwicklung. Trotz des Microservices-Hypes ist eine monolithische Architektur für viele Unternehmen die richtige Wahl, besonders in der Anfangsphase eines Projekts. Entscheidend ist, die Staerken und Grenzen zu kennen und den richtigen Zeitpunkt für eine eventuelle Migration zu erkennen.

Was ist Monolith?

Ein Monolith ist eine Softwarearchitektur, bei der alle Funktionalitaeten einer Anwendung in einer einzigen Codebasis zusammengefasst sind. Frontend, Backend, Geschaeftslogik und Datenbankzugriff werden als eine Einheit entwickelt, kompiliert und deployt. Typische Beispiele sind klassische Java-EE-Anwendungen, WordPress-Installationen oder Ruby-on-Rails-Apps. Ein gut strukturierter Monolith nutzt Module oder Schichten (Layered Architecture), um intern Ordnung zu halten, bleibt aber als einzelnes Artefakt deployt. Der sogenannte Modular Monolith versucht, die Einfachheit des Monolithen mit der Struktur von Microservices zu vereinen.

Wie funktioniert Monolith?

Alle Komponenten eines Monolithen laufen im selben Prozess und teilen sich den gleichen Speicher. Funktionsaufrufe zwischen Modulen erfolgen direkt im Arbeitsspeicher, was extrem schnell und zuverlaessig ist. Eine einzige Datenbank speichert alle Daten, was konsistente Transaktionen trivial macht (ACID). Beim Deployment wird die gesamte Anwendung als eine Einheit ausgerollt. Aenderungen an einem Modul erfordern daher einen vollstaendigen Build und ein Redeployment des gesamten Systems.

Praxisbeispiele

1

WordPress: Eine der erfolgreichsten monolithischen Anwendungen, die ueber 40% aller Websites weltweit betreibt. PHP-Code, Templates und Datenbank in einer Einheit.

2

E-Commerce-Shop eines Mittelstaendlers: Shop-Frontend, Produktverwaltung, Warenwirtschaft und Kundenverwaltung in einer Django- oder Laravel-Anwendung.

3

Internes Unternehmensportal: Mitarbeiterverzeichnis, Urlaubsantraege, Zeiterfassung und Dokumentenmanagement als monolithische Java-Spring-Anwendung.

4

Startup-MVP: Eine erste Version eines SaaS-Produkts wird als Monolith gebaut, um schnell am Markt zu sein und Feedback zu sammeln.

Typische Anwendungsfälle

Startups und MVPs: Schnelle Entwicklung und einfaches Deployment, wenn Geschwindigkeit wichtiger ist als Skalierbarkeit

Kleine Teams (2-8 Entwickler): Weniger Infrastruktur-Overhead und einfachere Koordination als bei Microservices

Einfache Domaenen: Anwendungen mit ueberschaubarer Komplexitaet, die keine unabhaengige Skalierung einzelner Teile erfordern

Prototypen: Schnelle Validierung von Geschaeftsideen ohne den Overhead verteilter Systeme

Interne Tools: Unternehmensinterne Anwendungen mit kalkulierbarer Last und begrenztem Nutzerkreis

Vorteile und Nachteile

Vorteile

  • Einfachheit: Eine Codebasis, ein Deployment, ein Log, ein Debugging-Prozess
  • Performance: Direkte Funktionsaufrufe im Speicher statt Netzwerkkommunikation zwischen Services
  • Konsistenz: ACID-Transaktionen ueber alle Daten hinweg ohne verteilte Transaktionsmuster
  • Geringerer Betriebsaufwand: Kein Kubernetes, kein Service Mesh, keine verteilte Tracing-Infrastruktur noetig
  • Schneller Einstieg: Weniger Architektur-Entscheidungen und Tooling-Setup für neue Projekte

Nachteile

  • Skalierungsgrenzen: Die gesamte Anwendung muss skaliert werden, auch wenn nur ein Teil unter Last steht
  • Deployment-Risiko: Jede Aenderung erfordert ein vollstaendiges Redeployment mit potenziellem Ausfallrisiko
  • Wachsende Komplexitaet: Mit zunehmender Codebasis steigen Build-Zeiten und die Gefahr von Spaghetti-Code
  • Team-Engpaesse: Große Teams blockieren sich gegenseitig bei Aenderungen an der gleichen Codebasis

Häufig gestellte Fragen zu Monolith

Ist ein Monolith schlecht?

Nein. Ein Monolith ist für viele Anwendungen die richtige Architektur, insbesondere für Startups, kleine Teams und Anwendungen mit ueberschaubarer Komplexitaet. Selbst große Unternehmen wie Shopify nutzen erfolgreich einen modularen Monolithen. Wichtig ist eine saubere interne Struktur mit klaren Modulgrenzen.

Wann sollte man vom Monolithen zu Microservices wechseln?

Wenn Teams sich gegenseitig beim Deployment blockieren, einzelne Teile der Anwendung deutlich staerker skaliert werden muessen oder die Codebasis so gross geworden ist, dass Aenderungen riskant und Build-Zeiten lang sind. Der Wechsel sollte inkrementell ueber das Strangler-Fig-Pattern erfolgen.

Was ist ein modularer Monolith?

Ein modularer Monolith ist ein Monolith mit klar getrennten internen Modulen, die jeweils eigene Domaenengrenzen haben. Module kommunizieren ueber definierte Schnittstellen statt direkte Datenbankzugriffe. Dieser Ansatz bietet die Einfachheit eines Monolithen mit der Struktur, die eine spaetere Migration zu Microservices erleichtert.

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