
Datenmigration zwischen Altsystemen mit UiPath
Reine RPA-Migration mit UiPath: Zwischen zwei Desktop-Systemen ohne Schnittstelle werden Stamm- und Bewegungsdaten über die Oberfläche ausgelesen, geprüft, gemappt und im Zielsystem erfasst – nachvollziehbar protokolliert. Umsetzung: Groenewold IT Solutions, Leer/Ostfriesland (Made in Germany).
Datenmigration zwischen Altsystemen mit UiPath
Automatisierung
Die Herausforderung
Zwei Systeme, keine Schnittstelle, keine Exportoption
Beim Wechsel von einer alten Branchensoftware auf ein neues System gab es weder eine API noch einen brauchbaren Export. Eine manuelle Übertragung tausender Datensätze hätte Wochen gedauert und wäre fehleranfällig gewesen – mit hohem Risiko für den Produktivstart.
Hersteller und IT-Dienstleister des Zielsystems boten nur CSV-Vorlagen für Neuanlage, nicht aber einen vollständigen Bestandsimport aus dem Altsystem. Parallelbetrieb war kurzfristig nicht finanzierbar; der Cutover-Termin stand fest, weil Lizenzen und Wartungsverträge ausliefen.
Fachbereiche für Einkauf, Produktion und Versand arbeiteten weiter im Altsystem, während das Projektteam bereits Schulungen im neuen Programm plante. Jede Verzögerung bei der Datenübernahme hätte den Go-live verschoben und Mehrkosten für Doppelpflege verursacht.
Datenqualität und Nachweisbarkeit
Die Migration musste nachvollziehbar sein: Welcher Datensatz wurde wann übertragen, und stimmten Quell- und Zielwerte überein? Abweichungen sollten erkannt und dokumentiert werden, statt unbemerkt ins neue System zu gelangen.
Historische Felder wie alte Artikelnummern, abweichende Einheiten oder Dubletten in Lieferantenstamm waren bekannt – sie durften nicht stillschweigend übernommen werden. Revision und Betriebsleitung verlangten Abgleichberichte pro Welle und eine Klärliste für Ausnahmen vor der Produktivschaltung.
Ohne revisionssichere Protokolle wäre nachträglich nicht nachvollziehbar gewesen, ob ein Fehler aus dem Altsystem, aus dem Mapping oder aus manueller Nachbearbeitung stammt. Das erhöhte den Druck auf eine automatisierte, aber kontrollierte Lösung.
RPA statt Eigenentwicklung – pragmatische Entscheidung
Eine individuelle Schnittstellen-Entwicklung war wirtschaftlich nicht vertretbar: Beide Systeme waren geschlossen, der Hersteller des Altsystems lieferte keinen Support mehr. RPA über die Oberfläche war der einzige Weg, der den Terminplan und das Budget einhielt.
Gleichzeitig musste der Roboter robust gegen kleine UI-Änderungen und Wartezeiten sein; der Fertigungsbetrieb konnte keine wochenlangen Stillstände riskieren. Deshalb Pilotwellen, idempotente Läufe und klare Abbruchkriterien statt eines Big-Bang-Ansatzes.
Im Vergleich zu manueller Erfassung sollte RPA nicht nur schneller sein, sondern auch reproduzierbar: Derselbe Datensatz sollte bei Wiederholung identisch im Ziel landen – Voraussetzung für Abnahme durch IT und Fachabteilung.
Unsere Lösung
RPA- & Migrations-Ansichten
UiPath liest und schreibt über die Oberfläche
Ein UiPath-Roboter liest die Datensätze über die Masken des Altsystems aus, validiert sie gegen definierte Regeln, wendet das Feld-Mapping an und erfasst sie im Zielsystem – ebenfalls über die GUI. So wird eine Migration möglich, obwohl keines der Systeme eine technische Schnittstelle bietet.
Die Umsetzung baut auf Prozessautomatisierung mit RPA und Legacy-Modernisierung auf – ein typisches Muster, wenn Schnittstellen fehlen, wie wir im Vergleich RPA vs. API-Integration einordnen.
„Ohne API mussten wir trotzdem termingerecht umziehen. UiPath hat die Oberfläche zur Brücke gemacht – mit Protokoll pro Datensatz, nicht mit Excel und Hoffnung.“
Validierung, Mapping und Abgleich
Pflichtfelder, Formate und Wertebereiche werden vor dem Schreiben geprüft. Nach jedem Lauf erzeugt der Roboter einen Abgleichbericht, der Quelle und Ziel gegenüberstellt; Abweichungen landen in einer Klärliste statt im Produktivsystem.
Mapping-Regeln wurden gemeinsam mit Fachbereich und IT dokumentiert: Welche Quellfelder gehen auf welche Zielfelder, welche Standardwerte gelten für Lücken, welche Datensätze werden bewusst ausgeschlossen. Änderungen am Mapping liefen über versionierte Konfiguration, nicht über Ad-hoc-Anpassungen im Robotercode.
Stichproben durch Key-User nach jeder Welle sicherten die fachliche Plausibilität – der Roboter liefert Konsistenz, Menschen prüfen Ausnahmen und Randfälle.
Kontrollierter, wiederholbarer Ablauf
Die Migration lief in mehreren Wellen: erst eine kleine Pilotmenge, dann größere Pakete über Nacht via Orchestrator. Jeder Datensatz wurde protokolliert, sodass Wiederholungen sicher und idempotent blieben. Umsetzung durch Groenewold IT Solutions in Ostfriesland.
Der Orchestrator plante Läufe außerhalb der Kernarbeitszeit; bei Fehlern stoppte der Prozess mit Benachrichtigung an IT und Projektleitung statt halbfertiger Datensätze im Zielsystem zu hinterlassen. So blieb der Produktivbetrieb im Altsystem ungestört.
Budget und Aufwand lassen sich am Kostenrechner Automatisierung gegenüber manueller Migration abwägen; vergleichbare Projekte finden sich in unseren Referenzen Automatisierung.
Betrieb, Monitoring und Übergabe
„Migration endet nicht beim letzten Datensatz – wir brauchten Runbooks, wer den Roboter bei UI-Updates anpasst und wie Klärfälle geschlossen werden.“
Nach der Abnahme erhielt die IT-Dokumentation zu Selektoren, Ausnahmebehandlung und Eskalation. Ein Shadow-Lauf vor dem finalen Cutover verglich Stichproben automatisch mit manueller Kontrolle. Made in Germany aus Leer/Ostfriesland – enge Abstimmung vor Ort statt anonymem Remote-only-Rollout.
Ergebnisse
Schneller Umzug ohne wochenlange Tipparbeit
Statt manueller Erfassung übernahm der Roboter die Masse der Datensätze über Nacht. Der Produktivstart konnte termingerecht erfolgen; Abweichungen waren dokumentiert und vor dem Go-live bereinigt.
Key-User verbrachten ihre Zeit mit Klärfällen und fachlicher Abnahme, nicht mit repetitivem Abtippen aus dem Altsystem. Doppelpflege zwischen Alt und Neu verkürzte sich auf das technisch unvermeidbare Minimum.
Die Projektleitung hatte täglich Transparenz über Fortschritt, Fehlerquote und offene Klärposten – keine Blackbox während der kritischen Migrationswochen.
Referenz für RPA-Datenmigration
Das Projekt zeigt, wie sich Datenmigrationen zwischen Systemen ohne Schnittstelle ausschließlich mit UiPath bewältigen lassen – mit Validierung, Mapping und revisionssicherem Protokoll.
Für Mittelstand und Fertigung ist das Muster übertragbar: Wenn weder API noch Export existieren, RPA über die GUI plus kontrollierte Wellen und Abgleichberichte. Weitere Beispiele im Automatisierungs-Hub und bei Legacy-Modernisierungsprojekten.
Langfristig kann ein Folgeprojekt echte Schnittstellen schaffen – bis dahin liefert RPA einen sicheren Übergang ohne Go-live-Risiko durch manuelle Massenerfassung.
Technische Umsetzung im Detail
Selektoren, Wartezeiten und Fehlerbehandlung
Der Roboter nutzt stabile UI-Selektoren mit Fallback-Strategien für langsame Masken und Dialoge. Timeouts und Retry-Schritte verhindern, dass ein hängendes Fenster den gesamten Lauf blockiert. Screenshots bei Fehlern erleichtern die Analyse ohne Zugriff auf Produktivdaten im Klartext-Log.
Getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Produktion stellten sicher, dass Mapping-Änderungen erst nach Review in den Nachtlauf gelangten.
Mapping-Versionen und Abgleichlogik
Jede Mapping-Version ist an eine Orchestrator-Konfiguration gebunden; Abgleichberichte referenzieren Version und Lauf-ID. Dublettenprüfungen laufen vor dem Schreiben im Zielsystem – bereits migrierte Datensätze werden übersprungen oder aktualisiert, je nach definierter Idempotenz-Regel.
Numerische Felder, Datumsformate und Währungen werden normalisiert, bevor der Roboter die Zielmaske befüllt. Abweichungen über Schwellenwerten erzeugen Klärfall-Tickets mit Quell- und Ziel-Snapshot.
Rollout und Lessons Learned
Pilot, Wellen, Cutover
Start mit hundert repräsentativen Datensätzen aus Einkauf und Artikelstamm; nach Abnahme Wellen à mehrere tausend Datensätze über Nacht. Parallel lief manuelle Stichproben durch Fachbereich – Abweichungen flossen in Mapping-Korrekturen ein, bevor die nächste Welle startete.
Der finale Cutover-Wochenende-Lauf war der letzte automatisierte Block; verbleibende Klärfälle wurden manuell geschlossen, bevor Benutzer im Zielsystem produktiv arbeiteten.
Was wir beim nächsten Mal früher tun würden
Frühere Einbindung der Key-User bei Mapping-Workshops reduziert Nacharbeit in Klärfällen. UI-Änderungen im Altsystem während des Projekts sollten change-kontrolliert sein – unangekündigte Patches kosten Selektor-Wartung.
Ein zentraler Migrations-Dashboard-Export für Management spart Status-Meetings; Metriken (Datensätze/Stunde, Fehlerquote) lieferte der Orchestrator bereits, die Visualisierung kam erst in Phase zwei.
Features
Funktionen im Überblick
- Auslesen der Datensätze über die Maske des Altsystems
- Validierung von Pflichtfeldern, Formaten und Wertebereichen
- Feld-Mapping zwischen Quell- und Zielsystem
- Erfassung im Zielsystem über die GUI
- Abgleichberichte Quelle/Ziel und Klärliste
- Geplante, wiederholbare Läufe über den Orchestrator
- Protokollierung pro Datensatz (idempotent)
- Umsetzung durch Groenewold IT Solutions (Made in Germany)
Häufige Fragen zur Legacy-Datenmigration mit UiPath
Wann ist UiPath bei einer Legacy-Datenmigration sinnvoll?
Vor allem dann, wenn Daten aus Altsystemen nur über Oberflaechen, Exporte oder starre Clients erreichbar sind. UiPath hilft, diese letzten Engpaesse kontrolliert zu ueberbruecken, ohne das Zielsystem zu blockieren. Das passt gut zu Legacy-Modernisierung und RPA & Workflows.
Wie reduziert man Risiken bei Migrationsläufen aus Altsystemen?
Wichtig sind klare Chargen, Protokollierung je Datensatz und Wiederanlaufpunkte für fehlerhafte Faelle. So bleibt die Migration nachvollziehbar, auch wenn Quellsysteme unflexibel sind. Ergaenzend helfen Schnittstellen-Entwicklung und strukturierte Automatisierung.
Welche Rolle spielt Datenqualitaet bei einer UiPath-Migration?
Eine grosse: Wenn Altbestände uneinheitlich sind, müssen Mapping, Validierung und Ausnahmeregeln frueh definiert werden. Sonst migriert man Fehler nur schneller. Deshalb wird eine solche Migration oft als Teil der Legacy-Modernisierung geplant.
Woran erkennt man eine erfolgreiche Legacy-Migration?
Die Zielsysteme können frueher produktiv genutzt werden, Rueckfragen zu migrierten Datensaetzen sinken und kritische Altprozesse werden nicht laenger mit Sonderworkarounds betrieben. Gerade im Mittelstand ist das ein grosser Hebel für Zukunftssicherheit. Vergleichbare Muster zeigen unsere Referenzen Automatisierung.
Projektdetails
Projekt
Abgeschlossen
Durchführung und Abnahme (Referenzprojekt)
Technologien
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