
Eingangsrechnungen automatisieren mit n8n & UiPath
Hybride Purchase-to-Pay-Automatisierung: n8n orchestriert E-Mail-Eingang, OCR, Validierung und Freigabe, UiPath bucht die geprüften Rechnungsdaten in ein ERP ohne brauchbare API direkt über die Desktop-Maske. Skontofristen und Prüfspur verbessern sich messbar. Konzept und Umsetzung durch Groenewold IT Solutions in Leer/Ostfriesland (Made in Germany).
Eingangsrechnungen automatisieren mit n8n & UiPath
Automatisierung
Die Herausforderung
Moderne SaaS-Welt trifft auf ERP ohne Schnittstelle
Rechnungen trafen als PDF-Anhang, als Scan aus der Poststelle und vereinzelt als Papierbeleg ein. Die eigentliche Hürde war jedoch das Zielsystem: eine ältere Warenwirtschaft ohne nutzbare REST-API, in der jede Buchung manuell in Eingabemasken getippt wurde.
Ein reines OCR- oder Workflow-Tool hätte die Daten zwar erkannt, aber niemand hätte die „letzte Meile“ in das Altsystem überbrückt.
Das Shared-Service-Center bearbeitete tausende Belege pro Monat; jede manuelle Buchung band Kapazität, die für Ausnahmen und Abschlussarbeit fehlte. Eine ERP-Migration war mittelfristig geplant, kurzfristig aber nicht finanzierbar.
Gesucht war eine Lösung, die heute entlastet und morgen erweiterbar bleibt – ohne das Altsystem zu ersetzen.
Doppelerfassung, Skontoverluste und fehlende Prüfspur
Die Buchhaltung prüfte Beträge, Lieferanten und Kostenstellen mehrfach; Abweichungen zum Bestellwesen führten zu Rückfragen und Wartezeiten. Skonti gingen verloren, weil Belege zu spät gebucht wurden.
Gleichzeitig forderte die Revision eine nachvollziehbare Spur: Wer hat bis zu welchem Betrag freigegeben, und wann ging welcher Beleg ins ERP?
Freigaben liefen über E-Mail und Excel-Listen – ohne zentralen Status pro Rechnung. Bei Audit-Fragen mussten Mitarbeitende in Postfächern und Netzlaufwerken suchen.
Lieferanten-Stammdaten wichen zwischen OCR-Ergebnis und ERP oft minimal ab – genug für manuelle Nacharbeit bei jeder zweiten Rechnung.
Hybride Architektur als bewusste Entscheidung
OCR-Anbieter und Collaboration-Tools boten APIs; das ERP nicht. Ein reiner RPA-Ansatz allein hätte E-Mail, KI und Freigabe nicht elegant verbunden. Ein reiner n8n-Ansatz scheiterte an der Buchungsmaske.
Die IT-Leitung wollte klare Rollenteilung: Cloud-Orchestrierung für alles API-fähige, Roboter nur für die GUI-Lücke – dokumentiert und wartbar.
Unsere Lösung
Workflow- und RPA-Ansichten
n8n als Orchestrierungs-Layer für die API-Welt
Ein n8n-Workflow überwacht ein zentrales Postfach per IMAP-Trigger, trennt Anhänge ab und schickt PDFs an die OCR- und KI-gestützte Extraktion. n8n validiert IBAN und USt-IdNr. gegen die Lieferantenstammdaten, erkennt Dubletten und steuert bei Unklarheiten eine Freigabe über Slack beziehungsweise Microsoft Teams.
Erst wenn der Datensatz vollständig und freigegeben ist, übergibt n8n ihn an die nächste Stufe.
Die Architektur folgt unserer Leistung Prozessautomatisierung und Schnittstellen-Entwicklung. KI-gestützte Extraktion ordnen wir in Künstliche Intelligenz ein – immer mit menschlicher Freigabe vor der Buchung.
„OCR allein reicht nicht – entscheidend ist die Kette bis zur gebuchten Zeile im ERP, ohne dass jemand zweimal tippt.“
UiPath als „letzte Meile“ ins Altsystem
Für das ERP ohne API übernimmt ein UiPath-Roboter die geführte Eingabe. Er meldet sich an, navigiert durch die Buchungsmaske, trägt die von n8n gelieferten, geprüften Felder ein und legt das Original-PDF im Dokumentenmanagement ab.
So entsteht eine durchgängige Kette, ohne das gewachsene System anzufassen oder teuer neu zu integrieren.
Der Roboter arbeitet mit Warteschlange, technischem Nutzer und Screenshots bei Abweichungen. n8n erhält Erfolg oder Fehlercode zurück – bei Fehler landet der Beleg in einer manuellen Queue statt halb gebucht im ERP.
Die klare Rollenteilung erläutern wir auch im Vergleich RPA vs. API-Integration. Budget hilft der Kostenrechner Automatisierung.
Freigabe, Audit und Betriebslogik
Freigaben laufen über Teams mit Betragsgrenzen und Vier-Augen-Prinzip; jeder Schritt wird im Audit-Log festgehalten. Warteschlangen, Retry-Logik und Alerting bei OCR- oder RPA-Ausfall sind Teil der Architektur – nicht Nachrüstung.
Revision erhält exportierbare Protokolle: Eingang, Extraktion, Freigabe, Buchungszeitpunkt, PDF-Ablage. Das erfüllt GoBD-orientierte Anforderungen ohne Papierordner.
Engineering aus Ostfriesland
„Skonto verlieren wir nicht mehr an Prozess – sondern höchstens an echte Ausnahmen, die wir gezielt bearbeiten.“
Konzeption und Umsetzung lagen bei Groenewold IT Solutions in Leer/Ostfriesland: gemeinsamer Prozess-Workshop, ein klar abgegrenzter Pilot mit wenigen Lieferanten und anschließende Erweiterung um zusätzliche Steuer- und Sonderfälle. Vergleichbare Hybrid-Projekte finden sich in unseren Referenzen Automatisierung.
Ergebnisse
Weniger Tipparbeit, schnellere Durchlaufzeit
Der überwiegende Teil der Eingangsrechnungen läuft ohne manuelle Doppelerfassung durch; die Buchhaltung konzentriert sich auf echte Ausnahmen und Freigaben. Skontofristen werden zuverlässiger eingehalten, weil Belege zeitnah und nachvollziehbar gebucht werden.
Durchlaufzeiten von Eingang bis Buchung sanken messbar; Fehlerquoten durch Tippfehler in der Maske gingen zurück. Das Shared-Service-Center skalierte Volumen ohne proportional mehr Köpfe.
Referenz für hybride Automatisierung
Das Projekt zeigt, wie n8n und UiPath sich ergänzen: n8n verbindet Cloud, KI und Kommunikation, UiPath bedient Systeme ohne Schnittstelle. Genau diese Brücke ist im Mittelstand mit gewachsener IT-Landschaft oft der eigentliche Wertbeitrag.
Für Großhandel und Shared Services ist das Muster übertragbar: API-first wo möglich, RPA für ERP-Masken, revisionssichere Spur – Made in Germany.
Technische Umsetzung im Detail
E-Mail-Eingang, OCR und Validierung
IMAP-Trigger erkennt Anhänge und leitet PDFs an die Extraktions-API; Ergebnisse landen als strukturiertes JSON in n8n. Validierung prüft IBAN-Format, USt-IdNr., Dubletten-Historie und Abweichung zum Bestellwert – bei Grenzfall automatische Freigabe-Anfrage.
Lieferanten-Matching nutzt fuzzy Logik auf Name und USt-IdNr.; unbekannte Lieferanten erhalten einen Onboarding-Zweig statt stillschweigender Fehlbuchung.
UiPath-Buchung und Dokumentenablage
UiPath öffnet die Buchungsmaske, füllt Felder aus n8n-Payload und speichert; PDF wird im DMS mit Rechnungsnummer verknüpft. Parallel schreibt n8n den Status „gebucht“ ins Audit-Log mit ERP-Belegnummer aus RPA-Rückmeldung.
Bei ERP-Wartungsfenster pausiert die Queue automatisch; nach Wiederanlauf werden offene Belege in Reihenfolge nachgebucht.
Rollout und Lessons Learned
Pilot, Lieferanten-Fokus, Skalierung
Pilot mit zehn Top-Lieferanten und definierten Beleglayouts; OCR-Modelle wurden auf diese Formate trainiert. Nach sechs Wochen wurden weitere Lieferanten und Sondersteuerfälle ergänzt.
UiPath-Selektoren wurden nach einem ERP-Minor-Update angepasst – deshalb monatlicher Smoke-Test und Change-Kommunikation zwischen IT und Finance. Erkenntnisse fließen in unsere Automatisierungs-Referenzen.
Features
Funktionen im Überblick
- E-Mail-Eingang und Anhang-Erkennung per n8n (IMAP-Trigger)
- OCR- und KI-gestützte Extraktion der Rechnungsfelder
- Validierung von IBAN, USt-IdNr. und Dubletten
- Freigabe-Workflow über Slack / Microsoft Teams mit Betragsgrenzen
- Automatische ERP-Buchung per UiPath in der Desktop-Maske
- Ablage des Original-PDF im Dokumentenmanagement
- Revisionssicheres Audit-Log (Eingang bis Buchung)
- Warteschlangen, Retry-Logik und Alerting bei Ausfällen
- Umsetzung durch Groenewold IT Solutions (Made in Germany)
Häufige Fragen zu n8n- und UiPath-Workflows für Eingangsrechnungen
Warum kombiniert man n8n und UiPath bei Eingangsrechnungen?
Wie verteilt man Aufgaben sinnvoll zwischen API- und UI-Automation?
Wie gehen solche Workflows mit Ausnahmen und Freigaben um?
Welche Verbesserung merken Buchhaltung und Fachbereiche zuerst?
Transparenz zu dieser Case Study
Damit die Angaben oben einzuordnen sind, legen wir offen, um welche Art von Projekt es sich handelt, worauf die Ergebnisse beruhen und wer den Text fachlich geprüft hat. Mehr zu unserem Projektvorgehen und ein Überblick über allen Referenzprojekten.
- Falltyp
- Kundenprojekt, anonymisiert oder unter Projektnamen dargestellt – Reales Projekt; Firmenname, Branchendetails oder Einzelwerte sind auf Wunsch des Auftraggebers verallgemeinert.
- Messgrundlage
- Tipparbeit je Beleg und Durchlaufzeit im Shared-Service-Center im Vergleich zum vorherigen rein manuellen Ablauf.
- Erhebungszeitraum
- Pilotphase und anschließender Rollout
- Datenquelle
- Prozessverantwortliche im Shared-Service-Center und Laufzeitprotokolle der Roboter.
- Einordnung
- Kennzahlen sind gerundet und um identifizierende Details bereinigt; die Größenordnung bleibt erhalten.
- Veröffentlichungsstatus
- Nachweis im neuen Freigaberegister ausstehend
- Freigabeumfang
- Die bestehende anonymisierte Veröffentlichung bleibt erhalten; der fallbezogene Freigabenachweis ist im neuen Register noch nachzutragen.
- Evidenznachweis
- Interne Projektakte und anonymisierter Referenzdatensatz.
- Fachliche Prüfung
- Björn Groenewold, Geschäftsführer der Groenewold IT Solutions GmbH und der Hyperspace GmbH –
Änderungshistorie
- Evidenzangaben zur Case Study „hybride Rechnungsverarbeitung mit n8n und UiPath“ ergänzt: Falltyp, Messgrundlage, Datenquelle und fachliche Prüfung.
- Ergebnisse und Lösungsbeschreibung der Case Study „hybride Rechnungsverarbeitung mit n8n und UiPath“ überarbeitet und die englische Fassung angeglichen.
- Case Study „hybride Rechnungsverarbeitung mit n8n und UiPath“ veröffentlicht.
Projektdetails
Projekt
Abgeschlossen
Konzeption, Pilot und Rollout (Referenzprojekt)
Technologien
Weitere Referenzen
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