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DSGVO-Anforderungen an Software: Ein technischer Überblick - Groenewold IT Solutions

DSGVO-Anforderungen an Software: Ein technischer Überblick

Softwareentwicklung • Samstag, 21. Februar 2026

Von Björn Groenewold4 Min. Lesezeit
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DSGVO-Anforderungen an Software: Ein technischer Überblick

In der heutigen digitalen Landschaft ist die Entwicklung und der Einsatz von Software ohne die Berücksichtigung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) undenkbar. Seit ihrer Einführung im Mai 2018 hat die DSGVO die Spielregeln für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der Europäischen Union neu definiert. Für Softwareentwickler und Unternehmen bedeutet dies, dass sie von Anfang an die rechtlichen Anforderungen in ihre Produkte und Prozesse integrieren müssen. Doch was genau bedeutet es, eine DSGVO konforme Software zu entwickeln? Dieser Beitrag gibt einen technischen Überblick über die wesentlichen Anforderungen.

Die Grundprinzipien der DSGVO in der Softwareentwicklung

Die DSGVO basiert auf zentralen Grundsätzen, die bei der Entwicklung von Software beachtet werden müssen. Diese bilden das Fundament für den datenschutzkonformen Umgang mit personenbezogenen Daten.

Rechtmäßigkeit, Verarbeitung nach Treu und Glauben, Transparenz

Jede Datenverarbeitung benötigt eine Rechtsgrundlage. In der Regel ist dies die Einwilligung des Nutzers. Diese muss freiwillig, informiert und unmissverständlich sein. Für Entwickler bedeutet das, dass sie Mechanismen wie das Double-Opt-In-Verfahren implementieren müssen, um die Einwilligung rechtssicher zu dokumentieren. Transparenz erfordert zudem, dass Nutzer klar und verständlich darüber informiert werden, welche Daten zu welchem Zweck verarbeitet werden.

Zweckbindung und Datenminimierung

Personenbezogene Daten dürfen nur für den Zweck verarbeitet werden, für den sie erhoben wurden. Der Grundsatz der Datenminimierung besagt, dass nur die Daten erhoben werden dürfen, die für diesen Zweck auch wirklich notwendig sind. Für die Softwareentwicklung heißt das, auf unnötige Datenabfragen zu verzichten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Technische und Organisatorische Maßnahmen (TOMs)

Artikel 32 der DSGVO fordert geeignete technische und organisatorische Maßnahmen, um ein dem Risiko angemessenes Schutzniveau zu gewährleisten. Dies ist ein zentraler Punkt für die technische Umsetzung der DSGVO in Software.

Privacy by Design und Privacy by Default

Diese beiden Prinzipien sind in Artikel 25 der DSGVO verankert und von entscheidender Bedeutung für die Softwareentwicklung:

  • Privacy by Design: Der Datenschutz muss von Anfang an in die Systemarchitektur integriert werden. Das bedeutet, dass bereits bei der Konzeption der Software datenschutzrechtliche Aspekte berücksichtigt werden müssen.
  • Privacy by Default: Die datenschutzfreundlichsten Voreinstellungen müssen standardmäßig aktiviert sein. Nutzer sollen nicht erst selbst aktiv werden müssen, um ihre Privatsphäre zu schützen.

Konkrete technische Maßnahmen

Um die Sicherheit der Daten zu gewährleisten, sind verschiedene technische Maßnahmen erforderlich. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Aspekte:

Maßnahme Beschreibung
Verschlüsselung Sowohl bei der Übertragung (Transportverschlüsselung, z.B. TLS) als auch bei der Speicherung (Verschlüsselung von Datenbanken und Backups) müssen personenbezogene Daten verschlüsselt werden.
Pseudonymisierung & Anonymisierung Wo immer möglich, sollten Daten pseudonymisiert oder anonymisiert werden, um den direkten Personenbezug zu entfernen.
Zugriffskontrolle Ein detailliertes Rollen- und Berechtigungskonzept stellt sicher, dass nur autorisierte Personen auf die Daten zugreifen können.
Protokollierung Änderungen an personenbezogenen Daten müssen nachvollziehbar sein. Eine lückenlose Protokollierung ist daher unerlässlich.
Löschkonzept Es muss ein Konzept für die fristgerechte Löschung von Daten geben, deren Speicherfrist abgelaufen ist oder deren Verarbeitungszweck entfallen ist.

Die Rechte der Betroffenen

Die DSGVO stärkt die Rechte der Personen, deren Daten verarbeitet werden. Eine DSGVO konforme Software muss die technischen Voraussetzungen schaffen, um diese Rechte umzusetzen.

Auskunftsrecht (Art. 15 DSGVO)

Nutzer haben das Recht zu erfahren, welche Daten über sie gespeichert sind. Die Software muss eine Funktion bereitstellen, mit der diese Daten exportiert werden können.

Recht auf Berichtigung (Art. 16 DSGVO)

Fehlerhafte Daten müssen korrigiert werden können. Dies kann durch eine entsprechende Funktion im Nutzerprofil umgesetzt werden.

Recht auf Löschung (Art. 17 DSGVO)

Nutzer können die Löschung ihrer Daten verlangen. Die Software muss dies technisch ermöglichen und sicherstellen, dass die Daten auch aus allen angebundenen Systemen entfernt werden.

Fazit: DSGVO als Chance begreifen

Die Anforderungen der DSGVO an die Softwareentwicklung sind komplex, aber keineswegs unüberwindbar. Eine sorgfältige Planung und die Integration von Datenschutzprinzipien von Beginn an sind der Schlüssel zum Erfolg. Eine DSGVO konforme Software ist nicht nur eine rechtliche Notwendigkeit, sondern auch ein wichtiges Qualitätsmerkmal und ein Wettbewerbsvorteil. Sie schafft Vertrauen bei den Nutzern und minimiert das Risiko von empfindlichen Bußgeldern.

Die Umsetzung der DSGVO erfordert tiefgehendes technisches und juristisches Know-how. Groenewold IT Solutions ist Ihr kompetenter Partner, wenn es um die Entwicklung und Implementierung von datenschutzkonformer Software geht. Wir unterstützen Sie dabei, die Anforderungen der DSGVO nicht nur zu erfüllen, sondern als Chance für Ihr Unternehmen zu nutzen.


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Über den Autor

Björn Groenewold
Björn Groenewold(Dipl.-Inf.)

Geschäftsführer & Gründer

Seit über 15 Jahren entwickelt Björn Groenewold Softwarelösungen für den Mittelstand. Als Gründer von Groenewold IT Solutions hat er über 250 Projekte erfolgreich begleitet – von Legacy-Modernisierungen bis hin zu KI-Integrationen.

SoftwarearchitekturKI-IntegrationLegacy-ModernisierungProjektmanagement

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