BFSG 2025 — neue gesetzliche Pflichten für Software
Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) in Deutschland. Es verpflichtet private Unternehmen, ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten – insbesondere Online-Shops, Banking-Apps, Telekommunikationsdienste und E-Commerce-Plattformen. Der Referenzstandard ist WCAG 2.1 Level AA (Web Content Accessibility Guidelines), in Deutschland zusätzlich die BITV 2.0. Bei Verstößen drohen Abmahnungen und Bußgelder. Für bestehende Systeme gilt eine Übergangsfrist bis 2030 – neue Systeme müssen sofort konform sein.
Barrierefreiheit bedeutet: Ihre Software ist auch für Menschen mit Sehbehinderungen, motorischen Einschränkungen, Hörbehinderungen oder kognitiven Beeinträchtigungen nutzbar. Das betrifft ca. 13 Millionen Menschen in Deutschland – eine signifikante Nutzergruppe, die mit barrierefreier Software erschlossen wird. Wir unterstützen bei Audit, Umsetzung und CI/CD-Integration. Mehr zur rechtlichen Einordnung: EU-Regulatorik und Compliance.
Unsere Leistungen für barrierefreie Software
Barrierefreiheits-Audit (WCAG 2.1 / BITV)
Wir prüfen Ihre bestehende Web-Anwendung systematisch auf WCAG-2.1-AA-Konformität: automatisierte Prüfung mit axe-core und Lighthouse, manuelle Prüfung mit Screenreader (NVDA, VoiceOver), Tastaturnavigations-Test und Kontrast-Check. Das Ergebnis ist ein priorisierter Mängelbericht mit konkrete Umsetzungsvorschlägen und Aufwandsschätzung pro Mängel-Kategorie. So wissen Sie genau, was zu tun ist und was es kostet.
Barrierefreiheits-Entwicklung
Wir entwickeln neue Anwendungen von Anfang an barrierefrei oder setzen Audit-Ergebnisse in bestehenden Systemen um: semantisches HTML, ARIA-Attribute, Fokus-Management, Tastaturnavigation, ausreichende Kontraste und korrekte Alt-Texte. Für React/Next.js-Anwendungen integrieren wir axe-core als Linting-Regel und in die CI/CD-Pipeline, damit Barrierefreiheits-Regressionen automatisch erkannt werden.
BFSG-Konformitätserklärung
Das BFSG verlangt eine öffentlich zugängliche Erklärung zur Barrierefreiheit (Accessibility Statement), in der der Konformitätsstand dokumentiert ist. Wir erstellen die technische Grundlage für diese Erklärung (VPAT / Konformitätsbericht) und begleiten Sie bei der korrekten Dokumentation der verbleibenden Ausnahmen und des Zeitplans zur vollständigen Konformität.
Testing mit assistiven Technologien
Automatisierte Tests erfassen nur ca. 30 % aller Barrierefreiheitsprobleme. Wir ergänzen durch manuelle Tests mit Screenreadern (NVDA/Firefox, VoiceOver/Safari), Sprachsteuerung (Dragon) und Tastatur-only-Navigation. So werden Probleme gefunden, die Tools übersehen – z. B. fehlende Fokus-Reihenfolge in Single-Page-Apps oder nicht-korrekt implementierte ARIA-Live-Regions.
Barrierefreiheits-Audit
WCAG 2.1 AA-Prüfung mit axe-core, Screenreader und Kontrastcheck – priorisierter Mängelbericht mit Umsetzungskosten.
Accessible Development
Semantisches HTML, ARIA, Fokus-Management und Tastaturnavigation – für React, Next.js und andere Frameworks.
CI/CD-Integration
axe-core in Ihrer Pipeline – Barrierefreiheits-Regressionen werden automatisch im Build erkannt.
BFSG-Konformitätserklärung
Accessibility Statement, VPAT und Dokumentation des Konformitätsstands – rechtssicher nach BFSG und BITV 2.0.
Häufige Fragen (FAQ)
- Was ist das BFSG und wen betrifft es?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist die deutsche Umsetzung des European Accessibility Act (EAA). Es gilt seit dem 28. Juni 2025 für private Unternehmen, die Produkte und Dienstleistungen für Verbraucher anbieten. Betroffen sind insbesondere: Online-Shops und E-Commerce-Plattformen, Banking- und Finanzdienstleistungen im Internet, Telekommunikationsdienste, E-Books und E-Reader sowie Personenbeförderungs-Apps. Für bestehende Systeme gilt eine Übergangsfrist bis 2030 – neue Systeme müssen seit dem 28. Juni 2025 barrierefrei sein. Kleinstunternehmen (unter 10 Mitarbeiter und unter 2 Mio. € Umsatz) sind von den Pflichten ausgenommen. Wir prüfen, ob und in welchem Umfang Ihre Software vom BFSG betroffen ist. - Was bedeutet WCAG 2.1 AA für Software-Entwickler?
WCAG 2.1 (Web Content Accessibility Guidelines) Level AA ist der Referenzstandard für barrierefreie Webanwendungen und die Grundlage des BFSG. Level AA umfasst vier Prinzipien: Wahrnehmbar (alle Inhalte sind für Screenreader zugänglich, Bilder haben Alt-Texte, Videos haben Untertitel, Kontrastverhältnis mindestens 4.5:1), Bedienbar (alle Funktionen per Tastatur bedienbar, keine Zeitlimits ohne Warnung, Fokus-Sichtbarkeit), Verständlich (klare Sprache, Fehlermeldungen eindeutig, Formularfelder beschriftet) und Robust (valides HTML, ARIA-Rollen korrekt eingesetzt, Kompatibilität mit Hilfstechnologien). Für React/Next.js-Anwendungen bedeutet das konkret: semantische HTML-Elemente, ARIA-Attribute, Fokus-Management bei Modals und Navigationsänderungen sowie regelmäßige Tests mit Screenreadern wie NVDA oder VoiceOver. - Wie wird Barrierefreiheit in React-Anwendungen umgesetzt?
Barrierefreiheit in React-Anwendungen erfordert mehrere Ebenen: Erstens semantisches HTML – die richtigen HTML-Elemente für Buttons, Überschriften, Listen und Formulare verwenden statt alles in Divs zu packen. Zweitens ARIA-Attribute – aria-label, aria-expanded, aria-live-Regions für dynamische Inhalte und aria-describedby für Hilfetexte. Drittens Fokus-Management – bei modalen Dialogen, SPA-Navigation und Benachrichtigungen muss der Fokus korrekt gesetzt werden. Viertens Tastaturnavigation – alle interaktiven Elemente müssen per Tab erreichbar und per Enter/Space bedienbar sein. Tools wie axe-core, Lighthouse und manuelle Screenreader-Tests (NVDA/Windows, VoiceOver/Mac) ergänzen die Entwicklungszeit. Wir integrieren axe-core in CI/CD-Pipelines, damit Barrierefreiheits-Regressionen automatisch erkannt werden. - Was kostet ein Barrierefreiheits-Audit und die anschließende Umsetzung?
Ein Barrierefreiheits-Audit (WCAG 2.1 AA / BITV 2.0) für eine mittelgroße Web-Anwendung kostet typischerweise 3.000–8.000 €. Darin enthalten sind: automatisierte Tests mit axe-core und Lighthouse, manuelle Prüfung mit Screenreader, Tastaturnavigation und Kontrast-Check sowie ein priorisierter Mängelbericht mit Umsetzungsaufwand-Schätzung. Die Nachbesserung hängt vom Umfang ab: Bestehende Anwendungen, die nie für Barrierefreiheit entwickelt wurden, können 20.000–80.000 € Nachbesserungsaufwand erfordern. Bei Neuentwicklungen ist Barrierefreiheit von Anfang an einzuplanen und kostet typischerweise 10–20 % Mehraufwand gegenüber einer nicht-barrierefreien Variante. Wir empfehlen, Barrierefreiheit als feste Qualitätskategorie in die Definition of Done aufzunehmen. - Wer ist von der EU-Barrierefreiheitsrichtlinie (BFSG) betroffen?
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) tritt ab Juni 2025 in Kraft. Betroffen: Onlineshops, Banking-Apps, E-Reader, Streaming-Dienste und öffentliche Transportdienste. Alle neuen Produkte und Dienstleistungen müssen WCAG 2.1 AA erfüllen. - Was bedeutet WCAG 2.1 AA konkret für Software?
WCAG 2.1 AA umfasst 50 Erfolgskriterien: ausreichende Farbkontraste (4,5:1 für Text), Tastaturnavigation ohne Maus, Screenreader-kompatible Markup-Struktur, skalierbare Schriftgrößen bis 200 Prozent und keine rein visuellen Informationen. - Kann Barrierefreiheit nachträglich eingebaut werden?
Ja, aber es ist teurer als von Anfang an einzuplanen. Nachträgliche Barrierefreiheit kostet typisch 2–5× mehr als 'built-in'. Wir führen WCAG-Audits bestehender Software durch und priorisieren Maßnahmen nach Aufwand und Compliance-Risiko. - Welche Tools prüfen Barrierefreiheit automatisch?
axe DevTools, WAVE und Lighthouse prüfen automatisch auf bekannte Fehler. Automatische Tests finden ca. 30–40 Prozent aller Barrieren. Manuelle Prüfung durch Screenreader-Tests (NVDA, VoiceOver) und tastaturbasiertes Testen ist für vollständige Compliance notwendig. - Was kostet ein Barrierefreiheits-Audit?
Automatisierter Basis-Audit: 1.500–5.000 EUR. Vollständiger manueller Audit mit Screenreader-Tests: 5.000–20.000 EUR je nach Systemgröße. Zertifizierter Prüfbericht: 8.000–30.000 EUR. Wir bieten Audits mit klarem Findings-Report und Handlungsempfehlungen an. - Wie lange dauert die barrierefreie Neuentwicklung einer App?
Barrierefreie Entwicklung dauert ca. 10–15 Prozent länger als Standard-Entwicklung. Grund: zusätzliche Testschritte, ARIA-Attribute und Designentscheidungen für Barrierefreiheit. Der Mehraufwand amortisiert sich durch fehlende Nacharbeit und Compliance-Sicherheit.
Barrierefreiheit als Wettbewerbsvorteil und Compliance-Pflicht
Barrierefreie Software ist ab Juni 2025 für viele Unternehmen gesetzlich vorgeschrieben. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verpflichtet Anbieter von digitalen Produkten und Dienstleistungen zur Erfüllung der WCAG 2.1 AA-Kriterien. Wer jetzt in Barrierefreiheit investiert, vermeidet Bußgelder und erschließt gleichzeitig Zielgruppen, die bisher ausgeschlossen waren.
Barrierefreiheit hilft nicht nur Menschen mit Behinderungen. Sie verbessert die Usability für alle: ältere Nutzer, Menschen mit temporären Einschränkungen (gebrochene Hand, Sonnenblendung) und Nutzer auf kleinen Bildschirmen. Gutes semantisches HTML verbessert außerdem SEO-Rankings und Screenreader-Performance.
- ✓ WCAG 2.1 AA: 50 Kriterien für visuell, motorisch, kognitiv und auditiv zugängliche Software
- ✓ Tastaturnavigation: alle Funktionen ohne Maus bedienbar
- ✓ Farbkontraste: mindestens 4,5:1 für normalen Text nach WCAG AA
- ✓ ARIA-Attribute: Screenreader-kompatible Markup-Struktur für alle interaktiven Elemente
- ✓ Automatisiertes Testing: axe, WAVE und Lighthouse in CI/CD-Pipeline integriert
- ✓ Manuelle Prüfung: NVDA und VoiceOver Tests vor jedem Release
Wir entwickeln barrierefreie Software von Anfang an und führen WCAG-Audits für bestehende Systeme durch. Sprechen Sie uns an für einen kostenlosen Erstcheck Ihrer wichtigsten Seiten.